Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde,
vor einigen Tagen war ich in der Ausstellung "Der Berg ruft" im Gasometer von Oberhausen. Es ist eine sehr beeindruckende Zusammenstellung von den höchsten Bergen der Erde und dem Wunsch der Menschen, diese zu erklimmen. Ich war fasziniert von dem Ehrgeiz und dem Mut der vielen Abenteurer. Doch schließlich stand ich vor einem Bild, das mich nachdenklich machte. Es zeigte das Mount Rushmore National Memorial in den USA. Hier sind vier Porträtköpfe bedeutender US-Präsidenten in die Bergwand hinein gehauen. Zunächst war ich einfach nur begeistert von den Fähigkeiten der Bildhauer. Dann aber las ich den Text auf der beistehenden Tafel. Da stand sinngemäß: "Die Berge sind der Sitz der Götter, doch nun haben sich die Menschen an ihre Stelle gesetzt."
Ich frage mich: Geht es mir nicht auch häufig so, wenn ich Menschen begegne? Sehe ich nicht zuerst den Erfolg des Men-schen? Frage danach, was er geschaffen hat, was erreicht? Dabei übersehe ich schnell das eigentlich wertvolle an dem Menschen. Und das ist die Tatsache, dass er ein "Sitz Gottes" oder wie Paulus sagt der "Tempel Gottes" ist. Diese Überzeugung ist es, die jeden Menschen, vor aller Leistung, für mich zu jemand besonderen macht. Jemand der mich bereichern kann, weil er mir Gott nahe bringt.
Und so habe ich mir vorgenommen meine Mitmenschen wieder mehr als das wahrzunehmen, was sie sind. Ein Sitz Gottes, den er selber wunderbar geschaffen hat.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche
Sr. Ulrike Holfeld
 
Veröffentlicht: 19.10.2018