Wanderkapelle
Sie löst Verwunderung aus. Die Wanderkapelle des in Oberschwaben geborenen und in Berlin lebenden Künstlers Rolf Wicker. Die Wanderkapelle steht seit November 2025 auf der Freifläche am Hemdener Kreuz am Kreuzkapellenweg; dort, wo in der Nähe bis 1823 eine Kreuzkapelle stand. In Erinnerung an die ehemalige Kreuzkapelle stehen dort ein Wegekreuz und ein Altar, an dem einige Male im Jahr Gottesdienste gefeiert werden.Die Wanderkapelle, die zu einer Kunstaktion des Kreises Borken gehört, stand bereits zuvor an der Michaelskirche in Suderwick oder zuletzt in Aalten.
Nun steht seit einigen Wochen dieses Kunstobjekt aus Aluminium, das von seiner äußeren Form und der Größe an eine kleine steinerne Kapelle erinnert, wie sie oftmals zu finden ist und meist eine Heiligenfigur beherbergt. Und doch erschließt sich nicht bei jedem auf den ersten Blick der Kapellencharakter dieser 1200 kg schweren Skulptur.
Die Wanderkapelle möchte den Passanten zum Innehalten anregen und fordert zur Auseinandersetzung auf. Die Wanderkapelle ist nicht begehbar, doch erinnert eine Tür artige Einbuchtung an einen Zugang. Ein Hineingehen wie auch das Entzünden einer Kerze oder eine andere religiöse Handlung ist nicht möglich. Der Innenraum bleibt verborgen.
Dieses Kunstobjekt an diesem Ort kann eine vielfache Spannung auslösen: das Innen und Außen, das Unbetretbarsein und das Sich-Entziehen, die Wahrnehmung des modernen Alluminiumgehäuses und die Erinnerung an die alte steinerne Kreuzkapelle, Erscheinen und Verschwinden, Kunst und Religion bzw. christlicher Glaube.
Bis November 2026 wird die Wanderkapelle am Hemdener Kreuz am Kreuzkapellenweg stehen.
Da mag eine Radtour entlang der niederländischen Grenze einen Grund mehr lohnend sein; zumal auf der Freifläche eine Sitzgruppe zum Verweilen und zur Rast einlädt.
