Sonntagsgruß

„Nein, eine Woche Schweigen, dass könnte ich nicht. Da würden meine Gedanken Purzelbäume schlagen und ich wüsste nicht was passieren wird." Dieser Satz begegnet mir so oder ähnlich häufiger, wenn ich erzähle, dass ich eine Woche Schweigeexerzitien gemacht habe.
Ja, und es ist so. Die Gedanken schlagen Purzelbäume und ich nehme war wie laut es in mir ist. Ja, und es auch so, dass ich nicht weiß, was passiert. Da gibt es eine Bibelstelle, die ich schon oft in der Messe gehört habe, aber erst jetzt in der Stille betrifft sie mich und mein Leben und führt mich hinaus in die Weite der Beziehung Gottes.
Eine Woche Schweigen, nichts sagen, keine Antwort geben müssen, nur mit mir sein, und dem, der mich erdacht hat, meinem Gott. Das, was ich von ihm verstanden und gespürt habe. Und in den weiten Räumen der Natur dem Leben auf die Spur kommen. Das durfte ich vergangene Woche wieder erleben und als Kraftquelle erfahren.
Ich möchte solche Tage in meinem Leben nicht mehr missen, wo ich mich und mein Sein vor Gott und den Mitmenschen in den Mittelpunkt rücken darf. Wo ich mich in meinem Menschsein neu erleben darf. Meine Gebrochenheit und die Liebe, die mir entgegen kommt und die ich geben kann. Für viele geht es in den kommenden Tagen noch mal in den Schneeurlaub oder schon in die Wärme, andere bleiben hier. Ich wünsche uns allen, in dieser für uns Christen so besonderen Woche, da wo wir sie erleben stille Momente, Innehalten, das Wahrnehmen, des eigenen Seins und der Natur, die gerade neu aufblüht, Leben beginnt. Und wir mittendrin!
In diesem Sinne, einen geruhsamen Sonntag und eine entdeckende Woche im Zugehen auf das Osterfest!
Ihre
Ute Gertz
Pastoralreferentin
 
Veröffentlicht: 23.03.2018