Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde,

es gibt Texte und Gebete, die kennen wir in- und auswendig. Die können wir „vorwärts und rückwärts“ aufsagen, eben weil wir sie unzählbar oft gesprochen haben.
Einerseits ist es gut, etwas auswendig zu können. Andererseits verliert so ein Text an Tiefe, wenn wir ihn nur „aufsagen“ und gar nicht mehr spüren, was die Worte bewegen möchten.

Für mich ist das „Vater Unser“ so ein Text. Ich weiß nicht, wie oft ich es bete. Und manchmal merke ich, dass ich es „nur“ aufsage. Dass ich mit dem Herzen gar nicht beim Inhalt dieses wichtigen Gebetes bin, eben weil ich es in- und auswendig kenne.

Zum Erntedanksonntag fällt mir besonders die Zeile auf: „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Diese Bitte um das täglich‘ Brot erinnert mich an ein gutes Maß. Zu wenig ist nicht gut. Mangel ist ungesund. Überfluss aber auch, denn er macht zu satt, träge und unaufmerksam. Zuviel des Guten wird zur Last! Dankbar bin ich Gott dafür, dass er mich am täglichen Brot teilhaben lässt.
 Aber ich muss ihn auch immer wieder bitten, dass er mich von der Versuchung fernhält, immer mehr des Guten genießen zu wollen.
Das wünsche ich Ihnen an diesem Erntedank-Fest: Das Gott Ihnen gibt, was Sie zum Leben brauchen. Nicht zu viel des Guten, aber auch nicht zu wenig.

Ihr
Christian Fechtenkötter
 
Veröffentlicht: 01.10.2021




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