Impuls am Abend - Unterwegs verlor das Volk den Mut

Wir befinden uns in der 40-tägigen Fastenzeit. Das Volk Israel, so die biblische Überlieferung, ist nach dem Auszug aus Ägypten bis zum Eintritt in das Gelobte Land vierzig Jahre durch die Wüste gezogen. Vierzig Jahre. Ein lange Zeit und ein vielfaches Umherirren auf der weglosen Durchquerung der Wüste.

In der Lesung, die im Gottesdienst heute zu Gehör kam, heißt es: „Unterwegs aber verlor das Volk den Mut.“ Der einseitigen Nahrung mit Namen Manna war es überdrüssig. Die Menschen damals hatten Hunger und Durst. Der lange Weg, die vielen Entbehrungen, die Anstrengungen, die lange Zeit, all dies ließ das Volk Israel mutlos werden. Die Erinnerung an die Fleischtöpfe Ägyptens wurde lebendig, die Sehnsucht nach einer dauerhaften Bleibe, nach einem Ort der Ruhe, nach einem schönen und guten, sorgenfreien und ungefährdeten Leben wurde wach. (Buch Numeri 21, 4ff)

Unterwegs verlor das Volk den Mut. – Ich finde, dass dieser Satz auch treffend den Zustand der Bevölkerung in unserem Land beschreibt. Seit Monaten sind wir im Lockdown, seit über einem Jahr in der Corona-Pandemie. Die Menschen sind müde, frustriert und mutlos. Die Menschen sind der Einschränkungen, des Hin und Her der Lockerungen und Schließungen überdrüssig. Die so genannte dritte Welle trifft ein müdes und mutloses Volk. Die Erinnerung an die unbeschwerte Zeit vor Corona wird lebendig, die Sehnsucht nach Treffen mit Freunden, Urlaub, Essen und Trinken mit Anderen, Feiern in größerer Gesellschaft, geöffneten Lokalen und Kneipen, Kino, Museen und Konzerten ist groß.

Nur nicht den Mut gänzlich verlieren, oder die Zuversicht bzw. Hoffnung ganz aufgeben.

Damals betete Mose für das Volk Israel, erbat Gott um Hilfe. Das Volk Israel erhielt nicht nur Wachteln und Wasser aus dem Felsen, sondern auch andere Zeichen der Hoffnung und Rettung wie eine kupferne Schlange.

Ein modernes Kirchenlied erinnert an diese biblische Begebenheit:
„Bewahre uns Gott, behüte uns Gott,
Sei mit uns auf unsern Wegen.
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
sei um uns mit deinem Segen.“
(Gotteslob 453)

Möge Ihnen, uns allen nicht der Mut verloren gehen.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Ausklang dieses Tages.

Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 23.03.2021




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