Impuls am Abend - Erblühen

„Besser spät als nie!“ so heißt es ja im Volksmund. Diese Lebensweisheit trifft dieses Mal auf meine Barbarazweige zu. Da hatte ich von lieben, aufmerksamen Menschen Anfang Dezember einige Zweige geschenkt bekommen, zum Fest der heiligen Barbara. Der Brauch ist mir bekannt und so stellte ich die Zweige in eine Vase mit lauwarmen Wasser. Mich trug die Hoffnung, dass sie zu Weihnachten wohl blühen könnten.
 
Doch an den Weihnachtsfesttagen regte sich nichts an den Zweigen. Auch in der weiteren Weihnachtszeit tat sich nichts. Die Zweige wirkten vertrocknet, wie tot. Keine Spur von sich regendem Leben oder gar Aufblühen. Hoffnung aufgeben?
 
Vor zwei Wochen habe ich den Christbaum abgeschmückt, die Krippe abgebaut und die Weihnachtsdekoration abgenommen und alles in Schachteln verpackt. Weil die Vase mit den Barbarazweigen nicht im Wege stand, ließ ich sie an ihrem Platz stehen. Doch noch Hoffen?
 
Und dann letzte Tage dieses: Ich schaute die Zweige an und traute meinen Augen nicht. Da, an einem Zweig eine Knospe, eine kleine erste Blüte. Also doch: Die Barbarazweige erblühen! Nicht zu Weihnachten, aber jetzt. Und ich freue mich riesig. Habe richtig Spaß an dem Erblühen der Zweige.
 
Den freundlichen Gebern habe ich schon ein Foto von der ersten Blüte zukommen lassen. Freude wie Leidvolles gilt es ja miteinander zu teilen: Die Freude verdoppelt sich, das Leid wird halb so schwer.
 
Verspätetes Erblühen der Barbarazweige. – Und wieder einmal lerne ich: Mit Ausdauer und Geduld und vor allem von Hoffnung getragen, ist was möglich! Mit Hoffnung dranbleiben, wie wichtig in dieser Zeit!
 
 
Ihr
 
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 27.01.2021




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