Impuls am Abend - Der Hügel, den wir erklimmen

Wow! Es war wohl der beeindruckendste Moment in der zurückliegenden Woche. Diese junge farbige Frau mit gerade einmal 22 Jahren im gelb leuchtenden Kostüm mit rotem Haarreif spricht als Poetin ihr Gedicht bei der Amtseinführung Joe Bidens als 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: Amanda Gorman ihr Name.
 
Ihr Gedicht, eine Rede, jedes Wort gestochen scharf analysierend und aussagekräftig. Ihre Worte erinnern an die Geschichte Amerikas, an die Grundwerte, die Menschen zueinander finden und miteinander leben lassen. Ihre Worte beschreiben den Auftrag, was es zu tun gilt; aber auch warum und wozu. Ihre Worte, klar und ehrlich, weiten das Herz, malen Visionen und versprühen Hoffnung. Ihre Worte haben nicht nur die Herzen vieler Amerikanerinnen und Amerikaner berührt, sondern auch in der weiten Welt. Mich jedenfalls haben sie beeindruckt, berührt und zutiefst bewegt. Amanda Gormans Gedicht höre ich mir in diesen Tagen immer wieder an und lese den Text in deutscher Übersetzung.
 
Amanda Gorman beginnt ihr Gedicht mit dem Blick auf Licht und Schatten:
Wenn es Tag wird, fragen wir uns,
wo wir Licht zu finden vermögen,
in diesem niemals endenden Schatten?
 
Vom Licht ist in diesen Tagen oft die Rede, wie zum Beispiel das viel zitierte Bildwort „Licht am Ende des Tunnels“.
 
Mit dem Aspekt von Licht und Schatten endet auch ihr Gedicht:
Wenn der Tag kommt, treten wir aus dem Schatten heraus,
entflammt und ohne Angst.
Die neue Morgendämmerung erblüht, wenn wir sie befreien.
Denn es gibt immer Licht,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sehen,
wenn wir nur mutig genug sind, es zu sein.“
 
Amanda Gorman geht es nicht nur darum, das Licht zu sehen, sondern Licht zu sein.
Sie ruft die Menschen auf, Licht zu sein für die Welt, die Gesellschaft, die Menschen.
 
Ihr seid das Licht der Welt. […] Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen.“ So sagt es Jesus in seiner Rede, der Bergpredigt. (Matthäusevangelium, 5, 14ff)
 
In einem neuen geistlichen Lied heißt es:
Ich will Licht sein, wenn die Nacht dich schreckt; die richtigen Worte finden, die die Liebe weckt.“ (Gotteslob 827)
 
Ich will angeregt durch das Gedicht Amanda Gormans erneut Jesu Wort beherzigen und leben: Licht zu sein. – Sie auch?
 
Ihr
 
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 23.01.2021




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