Impuls am Abend - Ein jüdischer Witz (Teil II)

Ich hoffe, Sie haben über den Witz im gestrigen Impuls geschmunzelt – und sind ins Nachdenken gekommen. Man soll einen Witz ja nicht erklären (müssen). Ich meine aber es in diesem Fall tun zu sollen.

Die Pointe des Witzes besteht in dem Versuch, göttliches und menschliches Tun zu vergleichen oder gar gleichzusetzen. Das gelingt aber nicht, denn

- Jesus ist nicht zum Christentum übergetreten, wie der Sohn des alten Juden. Jesus hat das Christentum nicht gegründet und war auch kein Christ, wenn sich auch die Christen auf ihn zu Recht berufen und versuchen, ihm nachzufolgen. Christen nannte man die Jünger Jesu erst lange nach seinem Tod (erstmals in Apg 11,26). Die Jünger Jesu galten als jüdische Sekte.

- Gott hat das Alte und Neue Testament nicht geschrieben. Die Verfasser sind Menschen, die aus ihrem Glauben heraus die Beziehung Gottes zu den Menschen geschildert haben. Es sind Menschenworte, in denen Gott zur Sprache kommt.

- Bei uns hebt ein späteres Testament das vorige auf, wie auch der Witz nahelegt. Das Neue Testament ersetzt aber das Alte nicht. Das Alte Testament bleibt gültig. Das Neue wäre ohne das Alte gar nicht verständlich und möglich. Für Christen gilt die ganze Bibel aus Altem und Neuem Testament – oder 1. und 2. Testament.

- Bei Menschen tritt ein Testament erst in Kraft, wenn der Erblasser gestorben ist. Das Alte und Neue Testament gilt und Gott lebt noch. Gott sei Dank!

Sind Ihnen noch andere Ungereimtheit aufgefallen?
Ist der Witz ein guter oder schlechter?

Ich meine, der Witz sei ein schlechter, weil er versucht göttliches und menschliches Tun zu vergleichen, was nicht gelingt.

Vielleicht ist er aber gerade deshalb ein guter Witz.

Bleiben Sie fröhlich – Gott lacht auch!

Ihr
Hans Döink
 
Veröffentlicht: 18.11.2020




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