Impuls am Abend - Gesehen, gehört, aufgeschrieben, gelesen…

Zurzeit findet digital die Frankfurter Buchmesse statt. Heute wurde der Friedenspreis es deutschen Buchhandels an den Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen verliehen. Auch die Buchkultur erlebt einen Wandel. Zum einen eine Digitalisierung bis zum E-Book, zum anderen – wohl gerade in den letzten Monaten – eine Renaissance des gedruckten und gebunden Buches. 

Der christliche Glaube ist eine Buchreligion. Denn neben der mündlichen Überlieferung gibt es für die Christen heute nur die aufgeschriebene Botschaft der Worte und Taten Jesu Christi. Die Bibel gilt das Buch der Bücher. Sie ist eigentlich eine Zusammenstellung von verschiedenen Büchern, das Ergebnis eines langen Redaktionsprozesses. Die Autoren bzw. Autorengruppe der Evangelien sind mit Namen benannt. Heute wird in der Kirche an den Evangelisten Lukas gedacht. Ihm werden zwei Bücher des neuen Testamentes zugeschrieben. Das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte. Die Anfänge dieser beiden Bücher sind lesenswert und aufschlussreich:

„Schon viele haben es unternommen, eine Erzählung über die Ereignisse abzufassen, die sich unter uns erfüllt haben. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, nachdem ich allem von Beginn an sorgfältig nachgegangen bin, es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.“ (Lukasevangelium 1, 1-4)

„Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus von Anfang an getan und gelehrt hat, bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde. Vorher hat er den Aposteln, die er sich durch den Heiligen Geist erwählt hatte, Weisung gegeben. Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.“ (Apostelgeschichte 1, 1-3)

Der Adressat wird Theophilus genannt; ein Kunstname, keine bestimmte Person. Gemeint ist jeder Mensch, der Gott liebt, ein Freund Gottes ist. Der Schreiber gibt dem Leser sein Buch an die Hand, damit dieser sich von dem, was er gesehen, gehört und als Glauben angenommen hat, vergewissern und überzeugen kann. So gesehen, eine schöne Einladung als Christin oder Christ einmal das Buch der Bücher zur Hand zu nehmen und darin zu lesen. Gute Lektüre der Botschaft Jesu!

Ihr
Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 18.10.2020




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