Impuls am Abend - Verstörend

Zwei Ereignisse und die dazu gehörenden Bilder haben mich in den vergangenen Tagen sehr verstört: Der Parteitag der Republikaner in den Vereinigten Staaten von Amerika und die Demo (Kundgebung) am vergangenen Samstag in Berlin.
Beim Parteitag der Republikaner in den USA ist es der Ort gewesen. Über das, was bislang als ungeschriebenes Gesetz galt, hat sich der Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl im November einfach hinweggesetzt: Keine parteipolitische Veranstaltung vor dem Amtssitz des amerikanischen Präsidenten, dem Weißen Haus. Es scheint so, dass Mr. Donald Trump die Rolle für sich nicht klar hat. Der Amtssitz, das Weiße Haus wird von ihm persönlich und parteipolitisch vereinnahmt. Nicht alles, was ausdrücklich gesetzlich verboten ist, ist gleich erlaubt. Mich irritiert dies sehr. Verstörend! Mich wundert, dass dies anscheinend von den politischen und gesellschaftlichen Kräften in den USA einfach hingenommen wird. 

Szenenwechsel: Samstag in unserer Hauptstadt Berlin. Von der Kundgebung am Brandenburger Tor ziehen rechtsradikale Personen mit schwarz-weiß-roten Fahnen zum Reichstagsgebäude, dem Sitz unseres Parlamentes, der Volksvertretung. Erstürmung des Reichstagsgebäudes hat es in unserer Geschichte schon mal gegeben: Damals wurde das Parlament, die Volksvertretung aufgelöst. Aus dieser Geschichte heraus steht das Gebäude für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Die schwarz- weiß-roten Flaggen vor dem Gebäude am Samstag irritierten mich. Verstörend! Die Polizei im Einsatz am Reichstagsgebäude wehrte der Erstürmung mit allen Kräften, zum Teil ohne besondere Schutzkleidung.

Peter Frey, der Chefredakteur des ZDF, hat gestern Abend im Heute-Journal dazu einen – wie ich finde – passenden Kommentar gesprochen. Unser Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat heute im Schloss Bellevue die Polizisten vom Einsatz am Reichstagsgebäude am Samstag empfangen, um ihnen für ihren vorbildlichen Einsatz zu danken. Eine sehr passende Reaktion und Geste. Meine Zustimmung.

Wie es auch schon andere geäußert haben, hoffe ich sehr, dass sich diese Bilder nicht mehr wiederholen. Ich schätze es, in einem Staat zu leben, in dem von der Verfassung und der Regierung her die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gewahrt sind. Ich hoffe, dass dies auch so bleibt. Allen politischen und gesellschaftlichen Kräften, die dies nicht wollen, gilt es, zu widersprechen und sich entgegenzustellen. 

Ihr
Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 31.08.2020




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