Impuls am Abend - Livestream – Fragen

Nach dem Gottesdienst um 11.30 Uhr in der Liebfrauenkirche kam es auf dem Kirchplatz zu einem kurzen Gespräch. Thema waren die Livestream - Gottesdienste. Diese Übertragungen werden in der Zeit der Einschränkungen dankbar als Bereicherung angenommen. Das gilt für die Eucharistiefeiern und die Schichtwechsel. Zu den Eucharistiefeiern gab es Fragen. „Was geschieht da? Ist das eine gültige Sonntagsmesse? Erfüllt man damit die „Sonntagspflicht“? Kann die Übertragung als Ersatz dienen?“ Diese und andere Fragen hätten wir vor Corona nicht gestellt. Darauf gibt es meistens keine einfachen Antworten.

Ich möchte mit einigen persönlichen Gedanken zur Eucharistiefeier im Livestream zur Diskussion beitragen.

Für jede Feier gilt wohl, dass Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Ort zusammen kommen. Das gilt auch für die Eucharistiefeier.

Zur gleichen Zeit können sich die Menschen beim Livestream einfinden. Ich halte die Gleichzeitigkeit für wichtig. 
Zwar bieten die neuen Medien die Möglichkeit, Sendungen aufzuzeichnen und später abzuspielen, aber ich meine, von einer Mitfeier kann man dann nicht sprechen. Ich möchte als Begründung den Papstsegen „Urbi et Orbi“ anführen. Für ihn gilt seit langer Zeit, dass der Segen wirksam ist, wenn er live empfangen wird. Man kann den Segen nicht aufzeichnen und ihn gegebenenfalls bei jedem Abspielen neu empfangen. So sehe ich es auch bezüglich der im Livestream gesendeten Eucharistiefeiern.

Am gleichen Ort zu sein, ist z.Zt. nicht möglich. Aber muss das unbedingt sein? Beim Papstsegen sind auch nicht alle auf dem Petersplatz. Dennoch sagt die Kirche, dass der Segen „Urbi et Orbi“, das heißt: der Stadt Rom und dem ganzen Erdkreis, gelte. Gibt es nicht auch ein geistiges Zusammenkommen an einen Ort? Ich habe schon vor Wochen gehört, dass eine Frau zu einer anderen sagte: „Wir treffen uns also Samstag, um 18.30 Uhr, in Liebfrauen“. Dabei saßen sie jeweils vor dem eigenen Fernseher. Vielleicht kann eine geistige Verbindung stärker sein als körperliche Nähe (besser wären natürlich beide).

Wichtiger als der gleiche Ort und die gleiche Zeit ist nach meiner Meinung für die Eucharistiefeier die Gesinnung. Sie ist die unerlässliche Voraussetzung für eine Wirksamkeit. Wenn ich nicht an der Feier teilnehmen will, bewirkt sie gar nichts – auch wenn ich körperlich in der Kirche oder auf dem Petersplatz bin. Es geht darum, in und mit und durch die Feier mit Christus und Gott in Verbindung zu kommen und die Beziehung zu IHM zu verlebendigen und zu feiern.

Auf die zu Beginn gestellten Fragen gibt es meiner Meinung nach keine eindeutige und für jede Situation und jede Person gültige Antwort. Die zur Zeit geltenden und notwendigen Einschränkungen und manchmal auch persönliche Umstände (Alter, Krankheit), verhindern eine vollständige Mitfeier. Deshalb sind Mitfeiern im Livestream wichtige Hilfen. Sie können helfen, die Beziehung zu Christus und Gott zu verlebendigen. Darauf kommt es an. Die Beantwortung der Fragen können wir getrost Gott überlassen.

Es gilt in der Kirche und zuhause: Der Herr sei mit Euch!
Hoffentlich antworten Sie und wünschen mir: Und auch mit Dir!

Auf Distanz und doch verbunden,

Ihr Hans Döink
Veröffentlicht: 08.06.2020




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