Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde.
Im Sonntagsevangelium wird ein reicher (österlicher) Fischfang beschrieben. Zuerst ist die Unternehmung erfolglos, aber auf die Frage des Mannes am Ufer („Habt ihr etwas zu essen für mich?“) werfen die Jünger erneut die Netze aus und können sie kaum einholen, so voll sind sie.
Plötzlich begreifen die Jünger, dass der Unbekannte am Ufer der auferstandene Herr ist. Und dann heißt es, Petrus zieht das Netz mit 153 Fischen an Land. Nicht nur eine große Zahl, sondern manche sagen zugleich auch die Zahl der damals bekannten Völker!
Dieses Leben in Fülle, das Zusammensein mit vielen Kulturen ist uns zurzeit deutlich genommen. Enge bleibt natürlich auch Enge - aber ein von Gesang erfülltes Kirchenhaus (egal ob in Bocholt, Taizé oder Rom) hat schon seine eigene Wirkung! Und wenn Jesus sagt: „Bringt mir von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt“ – hat das dann in Zeiten von Kontaktverbot über-haupt noch eine Bedeutung?
Ich glaube: Ja. – Denn Gemeinschaft bilden wir nicht nur, wenn wir dicht gedrängt beieinander sind, sondern vor allem dann, wenn wir uns von der Stimme Jesu lenken lassen. Und ein Lebendiger ruft uns anders als eine Stimme aus der Vergangenheit!
Beim Beten zuhause, allein oder mit Ange-hörigen, gebe ich Antwort auf die Aufforderung Jesu an Petrus: „Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!“ – „Ja, Herr, von Dir lass ich mich fangen. Lass mich beim Beten auf dich hören, ganz für Dich da sein – und nach dem Beten wenigstens auch für einige andere!“
Ich wünsche ihnen eine gesegnete Woche – und lassen sie sich ruhig von der Liebe gefangen nehmen, sagt
Pastor Ulrich Kroppmann.
 
Veröffentlicht: 24.04.2020