Impuls zur Auferstehung - Kirsten Böing

Liebe Gemeinde!

Wie ist mein Auferstehungsglaube? Mich begleitet diese Frage schon viele Jahre. 
Einige Momentaufnahmen aus meinem Leben dazu:
Mit meiner damals dreijährigen Tochter ging ich regelmäßig zum Grab ihrer Oma, meiner Schwiegermutter. Ich erinnere mich, dass sie mit Blick auf das Grab fragte: „ Mama, das ist ein schöner Garten. Wem gehört der?“ Ich antwortete ihr, dass es der Garten von Oma sei. Eine sehr schöne Bezeichnung für ein Grab. Denn ein Friedhof wird auch Gottesacker genannt und die Gräber - mit Blumen, Sträuchern und Bäumen bepflanzt - erinnern an den Garten Eden, das Paradies, das Leben bei Gott.

In ihrer Jugend sprach ich öfter mit meiner Tochter über Sterben und Tod und was dann sein wird. Anlass war der Tod von nahestehenden Menschen in der Familie oder im Freundeskreis. Wir kamen auf die Seele zu sprechen und die zu erklären ist wirklich schwierig. Ich sagte ihr, dass unsere Seele unsere Gefühle sind. Die Freude, die Trauer, die Angst, die Wut, die Hoffnung, die Liebe und viele Gefühle mehr. Und diese Gefühle sind in unserem Inneren, in unserem Herzen. Der Körper, das Stoffliche des Menschen vergeht; aber seine Persönlichkeit, Gedanken, Gefühle, sein Lebenswerk bleibt, all dies wird nicht zerstört. Die Seele, alle Gefühle und Gedanken verlassen den Körper und gehen zu Gott. Das können wir nicht sehen, wie wir auch Gott nicht sehen können. So habe ich es damals versucht meiner fragenden Tochter zu deuten. Der Apostel Paulus schreibt in einem seiner Briefe, dass „das Sichtbare vergänglich ist, das Unsichtbare ist ewig.“ (2 Kor 4, 18)

In Momenten, in denen ich mit dem Thema Sterben und Tod zu tun habe, denke ich oft an den Satz des Engels, der am Grab Jesu den Frauen erschien (Mt 27, 5): „Fürchtet euch nicht!“ Der Engel betont, dass die Frauen keine Angst haben müssen. Er kündet von der Auferstehung Jesu. Er weist darauf hin, dass der Auferstandene nicht bei den Toten ist. Er ist bei Gott. 

Darauf können auch wir vertrauen. Sterben und Tod werden bleiben. Aber eines ist für mich eine Gewissheit: Nach dem Tod gibt es Etwas und das wird gut sein! Was auch immer es ist: Garten, Paradies, unsichtbares Sein, bei Gott sein.

Liebe Gemeinde, ich wünsche Ihnen für Ihren Glaubensweg, besonders in der jetzigen Zeit, Vertrauen, Zuversicht und Hoffnung! Ich erinnere an den Satz des Engels: „Fürchtet euch nicht!“

Kirsten Böing
Pastoralassistentin
Veröffentlicht: 19.04.2020




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