Sonntagsgruß

Als ich das letzte Mal mit meinem Weihekurs zusammengetroffen bin, sind wir abends noch gemeinsam Essen gegangen. Am Ende wollten wir natürlich bezahlen, aber das wurde in diesem münsterschen Restaurant noch zur Odyssee. „Der Kollege kommt gleich“, hörten wir mehrmals. Und als die Rechnung in einem Etui auf den Tisch gelegt worden war, dauerte es nochmal eine Weile bis er dann auch wirklich zum Abkassieren da war.
Innerlich dachte ich mir mehrmals: „Warum kann das nur der eine Kellner bei uns tun? Die Kollegen könnten ihn doch vertreten.“
Ich glaube, dass wir alle diese Einstellung gut kennen. Der andere könnte es doch auch tun. Aber meistens kommt dann nicht viel bei herum. Jesus wählt im heutigen Evangelium aus der Bergpredigt klare Wort: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.“ (Mt 5,37) Als Christen haben wir einen klaren Auftrag. Den der Nächstenliebe für unsere Mitmenschen. Das zeichnet unser Christsein aus. Für einander da zu sein. Klar „Ja“ zum Nächsten zu sagen und nicht „Jaja“, „Vielleicht“ oder „Der Kollege kommt gleich“.

Ihr Kaplan Lukas Hermes
 
Veröffentlicht: 14.02.2020




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