Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Münster

Ende Juni wurden die Vorfälle sexuellen Missbrauchs durch Pfr. Wehren bekannt. Die Pressemitteilung des Bistums Münster war in allen Gottesdiensten in unserer Pfarrei verlesen worden. Diese Nachricht hat viele nicht nur überrascht, sondern geschockt und zutiefst getroffen. Diese Nachricht und andere Äußerungen zum Missbrauch in der Kirche sind immer wieder Thema gewesen bei Begegnungen und in Gesprächen in den vergangenen Wochen in unserer Pfarrei. Auf der Gemeindeversammlung in Barlo am 2. Juli wurde u. a. auch die Frage nach der Aufarbeitung gestellt. Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp hatte schon im Juni angekündigt, eine Untersuchung in Auftrag zu geben, die fachgerecht und unabhängig die Fälle sexuellen Missbrauchs im Bistum aufarbeitet und die Strukturen, Praktiken und Haltungen aufdeckt, die zu sexuellem Missbrauch geführt haben. Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster Peter Frings hatte dies auf der Gemeindeversammlung in Barlo betont und bekräftigt.
Der Historiker Prof. Dr. Thomas Großbölting von der Universität Münster wird das Team leiten, das die Missbrauchsfälle im Bistum Münster in dessen Auftrag intensiv aufarbeiten soll. Der 50-jährige Großbölting stammt aus Dingden, studierte Geschichte, Germanistik und kath. Theologie. Er befasst sich u. a. mit der Geschichte des religiösen Wandels in Deutschland seit Ende des II. Weltkrieges. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Dekanates haben Prof. Großbölting als Referenten bei ihrer letzten Pastoralkonferenz im April diesen Jahres kennengelernt. Sicherlich wird in den nächsten Tagen mehr zu dieser Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster mitgeteilt.
In dieser Woche hatten die Gremien Kirchenvorstand, Pfarreirat und Ortsauschuss St. Helena jeweils ihre erste Sitzung nach der Sommerpause. Die Vorfälle um Pfr. Wehren und die Äußerungen von Pfr. Zurkuhlen zum Missbrauch in der Kirche und die Reaktionen darauf in der Pfarrei, Resonanzen und Stimmungen, sind auch Thema gewesen. Weiteres dazu demnächst.
 
Veröffentlicht: 13.09.2019