Sonntagsgruß

Liebe Gemeindemitglieder!
Prinz, Bauer und Jungfrau - das ist das Kölner Dreigestirn im Karneval. Die Titel jener, die in der Zeit des Straßenkarnevals von Altweiber bis Aschermittwoch das Zepter der Regentschaft übernommen haben. In der närrischen Zeit wird so mancher Amts- und Würdenträger parodiert und auf die Schippe genommen.
Mit Titeln ist das so eine Sache: Manche Menschen legen gesteigerten Wert auf den Titel. - Mir ist das eher fremd. „Herr Pfarrer" oder muss ich sagen „Herr Dechant", so wurde ich vor einiger Zeit von einem Gemeindemitglied gefragt. „Was sind Sie nun: Pfarrer oder Pastor?" so lautete letztens die Frage. „Hochwürden" - das lehne ich ab. Erst kürzlich wurden in der Kirchenzeitung Kirche + Leben die Titel in der katholischen Kirche erklärt, 54 an der Zahl. Da frage ich mich: Muss das sein? Wozu ist das notwendig oder wichtig? Die allermeisten gehören davon abgeschafft.
Hier in Bocholt ist es Usus, dass der Priester, der die Pfarrei leitet (Pfarrer), mit Pastor angeredet wird. Das sagt mir zu. Denn es erinnert mich an meinen Dienst. Das Wort Pastor stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt Hirte. Hirtenaufgabe - für die Menschen da sein und sorgen.
Bei all dem hin und her mit den Titeln ist mir eines wichtig: Gott ruft mich nicht bei meinem Titel, sondern mit Namen. ER kennt mich mit meinem Namen. „Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir." (Jesaja 43,1) Aus dieser Zusage lebe ich.Ich wünsche Ihnen viel Freude an diesen Karnevalstagen und einen erholsamen und gesegneten Sonntag,
Ihr Pastor Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 09.02.2018