Sonntagsgruß
Liebe Leserinnen und Leser,es kann Ihnen an diesem Wochenende in unserer Pfarrei passieren, dass Sie königlichen Besuch bekommen. Es klingelt, Sie öffnen nichts ahnend die Tür und dann stehen sie da: drei Mini-König*innen mit goldenen Pappkronen auf dem Kopf und im Wind wehenden Umhängen, wie man sie sich bei Superheld*innen vorstellt.
Die Sternsinger*innen sind unterwegs. Alle Jahre wieder. Pünktlich. Zuverlässig. Hochmotiviert. Sie schreiben mit Kreide C+M+B an Haus oder Wand. Für alle, die dachten, das stünde für Caspar + Melchior + Balthasar - leider nein. Es bedeutet "Christus mansionem benedicat". Übersetzt: "Christus segne dieses Haus".
Die Tradition mit dem Segen geht auf die Weisen zurück, die dem neugeborenen Jesus Geschenke gebracht haben. Und genau diese Idee wird heute weitergetragen, also Anderen etwas Gutes bringen, ganz konkret Gottes Segen zusagen.
Der Auftrag in Sachen Segen heißt heute auch, Spenden für Kinder in Not zu sammeln. Projekte mit echter Wirkung, gegen Armut und Kinderarbeit, für Bildung und mehr Gerechtigkeit. Mittlerweile ist daraus die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit geworden. Und während die kleinen König*innen ihren Segen singen und an die Wand schreiben, dürfen wir uns von ihrer Motivation anstecken lassen.
Segen bringen und Segen sein – das kann jeder und jede von uns. Wir können vermutlich nicht die Welt retten, aber sie auf jeden Fall schon einmal vor unserer Haustür besser machen, so wie die Sternsingerinnen und Sternsinger.
Ihre Sonja Stratmann
