Einweihung des Edith Stein Hospizes

Am vergangenen Freitag, 6. Oktober 2023, wurde mit einer Feierstunde, zu der über 120 Personen gekommen waren, das neu errichtete Edith Stein Hospiz an der Klausenerstraße eingeweiht. Der Leiter des Hospizes Lukas Tekampe begrüßte die Gäste sowie alle Mitarbeitenden im Herz-Jesu-Pfarrheim, wo die Feierstunde stattfand.
Heinrich Grunden, der Vorsitzende der OMEGA Hospiz-Stiftung Bocholt e. V., skizzierte in seiner Ansprache den mitunter zeitlich langen und mit Ausdauer zurückgelegten Weg von der Idee eines stationären Hospizes in und für Bocholt bis zum Tag der Einweihung des Edith Stein Hospizes.
Am Vorabend der Einweihung hatte Inge Kunz über die Hospizarbeit und ihre Bedeutung, über den ambulanten Hospizdienst und stationäre Hospizplätze gesprochen und Pfarrer Rafael van Straelen über das Leben und Wirken von Edith Stein referiert, der Namensgeberin für das Hospiz. Dieser Abend fand in der Aula der benachbarten Clemens-Dülmer-Schule statt, die bis zur Umbenennung den Namen der großen Persönlichkeit und Heiligen trug.
In die Einweihung eingebunden war eine Segensfeier. Pfarrer Rafael van Straelen erinnerte zunächst daran, dass mit der Aufgabe der Herz-Jesu-Kirche, was für viele schmerzlich und traurig war bzw. ist, sowohl die Nachnutzung als stationäres Hospiz wie auch die Namensgebung Edith Stein Hospiz die Gemeindemitglieder froh, dankbar und tröstlich gestimmt habe. Er dankte auch dafür, dass einige Glasfenster der Herz-Jesu- Kirche am neu errichteten Gebäude angebracht und als Erinnerung zu sehen sind. In der Segensfeier erinnerte Pfarrer van Straelen mit der Erzählung vom barmherzigen Samariter aus dem Lukasevangelium an das Hospiz als Pilgerherberge und Gasthaus und die Beziehung zwischen dem Gastgeber und dem Gast. Im Edith Stein Hospiz wird das Evangelium auf andere Weise weiter gelebt und bezeugt. Nicht nur in der Feier der Liturgie, sondern vor allem auch in der Hilfe am Nächsten geschieht Gottesdienst. Zwei große und drei kleine Kreuze wurden gesegnet, die im Anschluss an die offizielle Einweihung von Angestellten in den Räumen des Hospizes aufgehängt wurden. Sie sind das gemeinsame Geschenk der ev. Kirchengemeinde in Bocholt und der fünf kath. Pfarreien im Dekanat. Mit Dank und Bitten für alle Beteiligten an der Errichtung des neuen Gebäudes und für alle haupt- und ehrenamtlich Engagierten in der Hospizarbeit und dem Segen beendete Dechant van Straelen die Andacht.
Im anschließenden Interview fragte Dr. Thomas Bröcheler, Geschäftsführer der bischöflichen Stiftung Haus Hall, Frau Inge Kunz, Pionierin der Hospizbewegung in Bocholt, nach den Anfängen und der Geschichte der Bocholter Hospizarbeit. Inge Kunz skizzierte den Weg vom ambulanten Hospizdienst über die ersten stationären Plätze im Haus Guten Hirten bis hin zu solitären stationären Hospizen. Dabei wurde die bundesweite Dimension der Hospizbewegung deutlich.
In seinem sehr persönlich gehaltenen Grußwort ging Bürgermeister Thomas Kerkhoff, der zugleich auch Schirmherr des Edith Stein Hospizes ist, auf die Bedeutung der neuen Einrichtung für Bocholt und die Region ein. Er drückte vor allem auch seinen großen Dank an alle aus, die sich zum Gelingen des Projektes tatkräftig und mit Ausdauer eingebracht haben. Als Geschenk überreichte er Gesellschaftsspiele, die die Einrichtungsleitung sich für die künftigen Gäste gewünscht hatte.
Zum Abschluss lud Lukas Tekampe alle Anwesenden zur Besichtigung der neuen Räume und zum Empfang im Edith Stein Hospiz ein.
Umrahmt wurden die einzelnen Elemente der Einweihungsfeier mit sehr einfühlsamen und bewegenden Liedern von Lou Dynia.
Im Anschluss an den offiziellen Teil ging Pfarrer van Straelen mit Frau Esther Schwiederowski, der Pflegedienstleitung, durch die Räume des Hospizes, um diese zu segnen.
Ab 14.00 Uhr bestand dann mit dem "Tag der offenen Tür" für alle Interessierten die Möglichkeit sich das Edith Stein Hospiz anzuschauen. Der Andrang der Bocholter Bürgerinnen und Bürger und darüber hinaus interessierten Menschen war riesig und überwältigend. Die halbstündlich stattfindenden Führungen durchs Haus wurden mit großem Interesse wahrgenommen. Die Engagierten des Hospizdienstes und Angestellten boten Kaffee, Kuchen, Häppchen und andere Getränke gegen Spende an. Es herrschte ein ganz lebendiges und buntes Treiben, ein Kommen und Gehen, ein sich Begegnen und Gespräche führen bis in die frühen Abendstunden.
Am Montag, 17. Oktober 2023 nimmt das Edith Stein Hospiz mit den ersten Gästen seinen Betrieb auf.

Text: Pfr. Rafael van Straelen, Bilder: Ulla Pietsch, Stiftung Haus Hall
Aktualisiert am 12.10.2023


 

 


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