Impuls am Abend - Zurücklassen und Behalten

„Menschen lassen ihr ganzes Leben zurück, um es zu behalten.“
 
Dieses Wort habe ich vor einigen Tagen auf einer großen Plakatwand entdeckt. Mit diesem Slogan weist das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ auf die Situation der Menschen auf der Flucht hin. – Mich bewegt dieses Wort. Was lassen Menschen nicht alles zurück, die flüchten: Ihre Wohnung oder ihr Haus, ihre Stadt und ihr Heimatland, ihre Familie und Angehörige, ihre Freundinnen und Freunde; ihren Beruf, ihre Anstellung oder Firma. Einfach ihr ganzes Lebensumfeld. Es trifft zu, zu sagen: Sie lassen ihr ganzes leben zurück. Das Leben, das sie gewohnt sind und lieben.
 
„Um es zu behalten.“ Jene, die sich auf die Flucht begeben, tun dies nicht aus Abenteuerlust, sondern aus der Not(wendigkeit) heraus, nur so ihr Leben behalten zu können. Da, wo sie sind, ist ihr Leben in Gefahr.
 
Ich stelle mir vor, ich würde in eine solche Situation gebracht, mein ganzes Leben hier aufgeben zu müssen, um es zu behalten. Was müsste ich nicht alles zurück lassen…
Kaum auszudenken!
 
Darum: Es ist notwendig, es ist und bleibt ein Auftrag der Völkergemeinschaft dafür einzutreten, dass den Menschen in ihrem jeweiligen Land ihre Existenz und ihr Leben bewahrt bleibt; einzutreten für Schutz und menschengerechte Lebensbedingungen.
 
Dieser Spruch auf der Plakatwand erinnert mich daran, dass neben allen tagesaktuellen Schlagzeilen und großen Problemen der Welt die Situation der Flüchtlinge nicht vergessen werden darf. Nie gab es so viele Menschen auf der Flucht wie zur Zeit.
 
Es bleibt die Hoffnung, dass wir als Menschheitsfamilie die weltweite Situation der Flüchtlinge zum Guten gestalten.
 
 
Ihr
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 25.06.2021




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