Impuls am Abend - Rätselhaftes und Erhellendes

Es ist der St. Patricks-Day – der Nationalfeiertag in Irland! Das Bild zeigt es ja deutlich.

Nun können Sie gerne fragen, was wir mit Irland zu tun haben. Dazu später mehr. Nun zuerst die Erklärungen zu den vier Hinweisen:

1. Besser im Himmel als den Teufel im Nacken
Es gibt ein bekanntes und beliebtes Irisches Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen“. In der dritten Strophe heißt es: „Sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt, du bist schon tot.“

2. Der Berg ruft
Nein es geht nicht um den Bergsteiger Luis Trenker und das Matterhorn. Im Norden Irlands gibt es den Croagh Patrick, den St. Patricks-Berg (765m). Er ist so etwas wie ein Nationalheiligtum der Natur, ein religiöser Ort. Auf den Croagh Patrick führt ein Pilgerweg hinauf. Fromme Iren pflegen die Tradition, diesen Weg kniend hinauf zu rutschen als Zeichen der Buße. Vom Gipfel des St. Patrick-Berges hat man einen wunderbaren Blick über die Weite, die Küstenlandschaft und das Meer.

3. Hasen und Kleeblatt sind nur Bilder
Hasen und Kleeblatt sind Bilder für die Dreifaltigkeit Gottes.
Im Paderborner Dom gibt es das berühme Hasenfenster. Es zeigt drei Hasen, die jeder für sich zwei Ohren haben. Aber insgesamt sind nur drei Ohren zu sehen, denn jeder Hase teilt seine Ohren jeweils mit den beiden anderen Hasen.
Anhand eines dreiblättrigen Kleeblattes (Shamrock) soll – so sagt man – der hl. Patrick in seiner Missionstätigkeit den Iren die Dreifaltigkeit Gottes erklärt haben. Drei Blätter (Vater -Sohn – Hl. Geist) und ein Stil (der eine Gott).

4. Kirche und Staat – eine ganz eigene Liaison
Die katholische Kirche hat in Irland das staatliche und gesellschaftliche Leben lange Zeit stark beeinflusst und geprägt. Irland galt als ein katholisches Land. Heute ist dem nicht mehr so. Schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts begann der Einfluss der kath. Kirche zu bröckeln. Mitunter mit Recht. Denn die kath. Kirche in Irland wurde durch eigene Skandale erschüttert (sexueller Missbrauch) und zeigte sich immer weniger anschlussfähig an die gesellschaftlichen Entwicklungen.

Ich gebe zu, Hinweise, die es in sich hatten und bei denen man etwas um die Ecke denken musste. Aber sie alle führen nach Irland. Damit das Fasten unterbrochen werden kann, muss schon ein kirchlicher Umstand Anlass sein. Und das ist der Gedenktag des hl. Patrick, des Nationalheiligen der Iren. Nun noch zu der Frage, was wir in Deutschland mit einem irischen Heiligen zu tun haben.

Der hl. Patrick lebte im 5. Jahrhundert und prägte als Mönch das christliche Leben in Irland. In Britannien (Schottland) geboren gelangte er als Jugendlicher nach Irland. Als Priester und Bischof verkündete er die Botschaft Jesu, errichtete Kirchen und Klöster. Zwei Jahrhunderte später sind iro-schottische Mönche in der Missionstradition des hl. Patrick von Irland aufgebrochen, um auf dem Festland – also in unseren Regionen – die Botschaft Christi und den christlichen Glauben zu verkünden. Zu diesen Missionaren gehören z. B. der hl. Willibrord, hl. Ludger, hl. Otger, die Brüder Ewaldi und viele andere.

Demzufolge verdanken wir die Verbreitung des christlichen Glaubens in unseren Regionen den Missionaren aus Irland und Schottland. Und so meine ich, dürfen wir heute mit den Iren zusammen den hl. Patrick ehren und feiern.

Vom hl. Patrick ist ein schönes Gebet überliefert:
„Ich erhebe mich heute in gewaltiger Kraft,
kraft seiner Kreuzigung und Grablegung,
kraft seiner Auferstehung und Himmelfahrt
in Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Ich erhebe mich heute in gewaltiger Kraft,
kraft seiner Wiederkunft zum Jüngsten Gericht,
in Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Ich weihe mich heute Gottes wachendem Auge,
Gottes lauschendem Ohr,
in Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Ich weihe mich heute Gottes mächtiger Führung,
Gottes offenen Wegen,
in Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Ich weihe mich heute Gottes schützenden Händen,
Gottes bergendem Schild,
in Anrufung der Heiligsten Dreifaltigkeit.

Christus, mein Herr, Christus, mein Erlöser!
Schirme mich vor den Fallstricken des Bösen,
gegen alle, die mir schaden wollen.
Christus, mein Herr, Christus mein Erlöser!
Christus sei mit mir, Christus sei über mir,
er die Kraft, er der Friede!

Christus sei im Auge eines jeden, der auf mich sieht.
Christus sei im Ohr eines jeden, der auf mich hört.
Ich erhebe mich heute in gewaltiger Kraft,
kraft der Geburt Christi und seiner Taufe,
in Anrufung der heiligsten Dreifaltigkeit.“

Der St. Patricks Day – Anlass, das Fasten zu unterbrechen. Mit dem Gebet des hl. Patrick, aber auch mit einem Guinness oder einem irischen Whiskey könnte dieser Tag gut ausklingen.


Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 16.03.2021




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