Impuls am Abend - Klimawandel

Das Thema Klimawandel ist hoch aktuell. Immer wieder ist in den Wettervorhersagen und Reportagen zum Klima und Wetter zu hören, dass es bezüglich der Temperaturen immer neue Rekorde (und Höchstwerte) gibt. Jüngst war es der rasante Wechsel und Temperaturunterschied von kalt zu warm; über 35 Grad binnen weniger Tage. Dazu kommen Hitzesommer, Dürreperioden, das Schmelzen der Gletscher und des Eises an den Polkappen.

Die junge Generation hat – initiiert von der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg - mit ihrer Bewegung „Fridays for Future“ auf den Klimawandel hingewiesen und das Bewusstsein neu geschärft.

Auch in der Gesellschaft zeigt sich im Verlauf der letzten Jahre ein Klimawandel ab: Der Ton im politischen Tagesgeschäft ist rauer geworden. Das belegt der erhöhte Anstieg der Ordnungsrufe in den Debatten und Plenarsitzungen des Deutschen Bundestages. Auch sonst zeigt sich vermehrt Respektlosigkeit, Gereiztheit und Egoismus; und dies nicht allein durch Corona und die einhergehenden Einschränkungen bedingt. Viele Berufsgruppen erleben vermehrt Beleidigungen und Respektlosigkeit wie Polizisten, Lehrer, Ordnungshüter, Rettungskräfte u.v.m.

Vom jüdischen Schriftsteller und Philosophen Abraham Joshua Heschel (1907-1972) stammt folgendes Wort:
Religion ist kein Reservat, kein Zeitabschnitt, der für große Feierlichkeiten an Festtagen ausgespart ist … Entscheidend ist nicht der Höhepunkt, den wir in seltenen Augenblicken erreichen, entscheidend ist vielmehr, ob das, was wir in seltenen Augenblicken erreichen, das Klima unseres ganzen Lebens bestimmt.“

Religion ist kein Reservat, das allein für große Feierlichkeiten an Festtagen ausgespart ist. So Heschels Ansicht. Und doch gibt es sie, die Gläubigen, die an bestimmten Punkten in ihrem Leben oder an Festtagen sich der Feierlichkeiten erinnern und diese mit begehen; bei Christinnen und Christen sind es Ereignisse wie Taufe, Erstkommunion, Hochzeit, Weihnachten, Begräbnis…
Heschel weist in seinem Wort darauf hin, dass dies allein kaum reicht, schon gar nicht entscheidend ist, im Sinne von nachhaltig prägend. Ihm ist es ein Anliegen, dass das, was der gläubige Mensch an den Festtagen erlebt und in den Feierlichkeiten erfährt, ihn nachhaltig in seiner Lebenshaltung prägt. Heschel nennt es: das Klima des ganzen Lebens.

Ich entnehme dem einen Klimawandel ganz anderer Art. Nicht im Sinne der Ökologie, sondern im Sinne des Lebens. Klimawandel des Lebens. Das Lebensklima bedarf eines Wandels. Es soll durchdrungen sein vom Glauben. Nicht lebensneutral, sondern lebensverträglich.

Die Fastenzeit lädt mich dazu ein: dass ich das Klima meines Lebens bewusst in Blick nehme und schaue, welche Schadstoffe zu reduzieren sind, was an regenerativen Impulsen notwendig ist, um zu einem guten und zukunftsfähigen Lebensklima insgesamt in der Welt beizutragen.

Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 08.03.2021




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