Adventskalender - Hin- und Rückreise


Ob vor dem Haus, am Bahnsteig, am Flughafen oder im Hafen: Wer sich auf Reisen begibt, dem wünschen die Zurückbleibenden eine glückliche Heimkehr. Wer ein Ticket für eine Bahnfahrt bucht, wird zunächst gefragt, ob es eine einfache Fahrt ist oder eine Hin- und Rückfahrt sein soll.
 
Wenn ein Schiff in See sticht, gibt es eine große Verabschiedung. Ebenso findet ein großer Empfang statt, wenn es nach langer Zeit in den Heimathafen zurückkehrt. Das ist noch heute so bei Menschen, die die Welt umsegeln, bei einer Regatta oder bei einem großen Luxus-Kreuzfahrtschiff wie der Queen Mary II.
 
Der Aufbruch ist wie die Rückkehr ein besonderer Moment. Dieser findet sich auch in der biblischen Weihnachtsgeschichte wieder: Die Hirten und die Sterndeuter aus dem Osten brechen auf und kehren heim. Sie lassen sich überraschen. Sie machen sich auf den Weg. Sie folgen dem Wort des Engels bzw. dem Stern. Da heißt es:
Als die Engel von den Hirten in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.“ (Lukasevangelium 2, 15f)
Siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. […] Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war.“ (Matthäusevangelium 2, 1f)
 
Eine Zeit verweilen die Hirten wie die Sterndeuter beim Kind in der Krippe im Stall von Betlehem; sie huldigen ihm, sie beten es an. Und dann? Und dann kehren sie zurück, die Hirten zu ihren Herden auf den Feldern, die Sterndeuter in ihre Heimat. So heißt es:
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gesehen und gehört hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.“ (Lk 2,20)
Sie [die Sterndeuter] zogen auf einem anderen Weg heim in ihr Land.“ (Mt 2,12)
 
Der Aufenthalt beim Kind in der Krippe hat sie verändert. Der Mensch gewordene Gott im Kind von Betlehem hat sie mit Freude und Hoffnung erfüllt. Rettung und Zukunft ist in Sicht.
 
Wir haben Weihnachten gefeiert. Feiertage und freie Tage haben den üblichen Lebensrhythmus unterbrochen. Einige sind nun schon wieder in ihren Alltag, in ihrem täglichen Leben mit Arbeit, Pendeln etc. zurückgekehrt; vielleicht auch mit der Weihnachtsbotschaft im Gepäck, besser mehr im Herzen beschenkt. Das wünsche ich sehr.
Nun mag jede und jeder durch die Welt des eigenen täglichen Lebens bummeln.
Die Hirten haben es getan. Die Sterndeuter haben es getan.
Ich kann es auch tun als weihnachtlicher Weltenbummler!
 
Stern über Betlehem, kehrn wir zurück,
steht doch dein heller Schein in unserm Blick,
und was uns froh gemacht, teilen wir aus,
Stern über Betlehem, schein auch zu Haus.“
(Gotteslob 261,4)
 
Rafael van Straelen

Mit diesem Impuls endet der Adventskalender. Wir danken Ihnen und Euch für das Interesse und dass wir Sie und Euch mit diesen Impulsen durch die Advents- und Weihnachtszeit begleiten durften. Herzlichen Dank auch an alle, die an der Gestaltung des Adventskalenders mitgewirkt haben.
Ab Morgen wird um 18:00 Uhr wieder der Impuls am Abend erscheinen.
Veröffentlicht: 05.01.2021




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