Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde!
Nun auch Trier! Die Stadt an der Mosel im Grenzgebiet zu Luxemburg ist zum Ort einer unfassbaren Tragödie geworden. Ein vermutlich psychisch kranker Mensch fährt mit dem Auto durch die Fußgängerzone und verletzt und tötet so wahllos Menschen. Unter den Todesopfern ein Vater und ein neun Wochen altes Kind. Die Mutter und das Geschwisterkind liegen schwer verletzt im Krankenhaus. – Unfassbar! Es fehlen einem die Worte und das Geschehene ist nicht zu begreifen.
Die Angehörigen der Todesopfer trauern und ihre Trauer ist kaum nachzuempfinden. Fragen, die unbeantwortet bleiben, sind auszuhalten; ebenso der Schmerz über den tragischen Verlust der geliebten Menschen.
Mich lässt diese Schreckenstat und das Nachsinnen über die Situation der Angehörigen jetzt in der Adventszeit kurz vor dem Weihnachtsfest denken an die Familien und Freunde der beiden jungen Menschen aus unserer Pfarrei, die vor einigen Wochen tödlich verunglückt sind. Ihr Tod und die unendliche Trauer ihrer Familien und Freunde gehen mir immer noch nach. Ihnen gilt mein Mitgefühl nach wie vor.
Wo ist da Trost? Was kann Trost und Halt geben, um das eigene Leben und das der tödlich Verunglückten nicht für absurd und sinnlos zu halten?
Mit kommt ein altes Adventslied in den Sinn. Geschrieben von Friedrich Spee von Langenfeld im Jahr 1622. Er lebte in der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Er hatte die Kriegswirren und das vielfache Leid und den Tod im Blick. „O Heiland reiß den Himmel auf!“ So lautet sein flehentlicher Ruf. In der 4 Strophe schreibt er: „Wo bleibst du Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O Komm, ach komm vom höchsten Saal, komm tröst uns hier im Jammertal.“ (Gotteslob 231)
Darum bitte ich in diesen Tagen, flehentlich mit den Worten Friedrich Spees: „Komm, du unser Gott, und tröste!“
Dieses Adventslied ist mehr als nur eine stimmungsvolle Weise, die behagliche Besinnlichkeit hervorruft. Dieses Lied beschreibt die Bedürftigkeit des Menschen: Wessen ich darf! Nämlich Halt und Trost und Zuversicht – gerade in diesen Zeiten.
 
Ich wünsche Ihnen eine hoffnungsvolle Adventszeit, einen gesegneten 2. Advent und zugleich einen schönen Nikolaustag! Bleiben Sie wohlauf und zuversichtlich!
 
Ihr Pastor Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 04.12.2020




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