Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde.
Am nächsten Montag (23.11. um 20:15 Uhr) sendet „das Erste“ im Fernsehen ein sehr packendes Fernsehspiel zum Thema „Sterbehilfe“. Darf und soll ein gesunder, aber sterbewilliger Mensch einen Wirkstoff erhalten, um selbstbestimmt sterben zu können? In einer fiktiven Sitzung eines Ethikkomitees tauschen sehr lebendig Antragsteller und Wissenschaftler, Befürwor-ter und Bedenkenträger, Juristen, Mediziner und Theologen ihre Argumente aus (das alles ist auch in dem zugrundeliegenden Buch- und Theaterprojekt „Gott“ von Ferdinand von Schirach nachzulesen). In der Sendung gibt es keine abschließende Empfehlung, sondern die Frage wird an alle Zuschauer gestellt: „Unter welchen Umständen darf man einem Menschen helfen, sich das Leben zu nehmen? Muss der Staat selbstbestimmtes Sterben ermöglichen?“ Die aufgeführten Argumente sind alle nachvollziehbar – keines kann aber die anderen pauschal entkräften.
Zum einen möchte ich auf diese Sendung hinweisen, weil ich glaube, dass der Austausch in unserer Gesellschaft und unseren Familien davon lebt, dass alle Stimmen – und gerade auch die der Schwachen wahrgenommen werden. Auch ohne sofort eine fertige Lösung zu haben ist dieses Mitteilen ein Gewinn.
Zum zweiten irritiert vielleicht der Titel dieses Fernsehspiels: „Gott“. Denn wenn gefragt wird: “Wem gehört unser Leben und Sterben?“ lässt sich darauf nicht leicht antworten „Gott allein“, wenn gleichzeitig jeden Tag durch einen selbst Entscheidungen für das eigene Leben und über das Leben anderer getroffen werden.
Heute, am Christkönigssonntag, hören wir aber: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Wir glauben an einen Gott, der die Schwachen wahrnimmt und ihnen Leben und Hilfe schenkt. Gott thront nicht über den Dingen – er begegnet uns jeden Tag, und am Ende sogar von Angesicht zu Angesicht!
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche:  mit Mut zum Engagement für das Leben in all seinen Schattierungen.

Pfr. Ulrich Kroppmann
 
Veröffentlicht: 20.11.2020




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