Impuls am Abend - Glaube als persönliche Beziehung

Bei der Feier der Sonntagsmesse sind die Mitfeiernden stets eingeladen, ihren Glauben an Gott zu bekennen. So sieht es die Ordnung für die Feier der Messe vor. Wenn das Glaubensbekenntnis nicht als Lied gesungen sondern gesprochen wird, wird einer der beiden Texte, die im Gotteslob abgedruckt sind, genommen (Nr. 3,4 oder 586,2). Diese Bekenntnisse sind beide über 1500 Jahre alt. Sie enthalten Formulierungen, mit denen auf den frühen Konzilien Streitfragen entschieden worden sind. Sie sind wichtig und haben bis heute Bedeutung.
 
Da sie aber Zeugnisse ihrer Zeit und der damaligen Fragen sind, sind sie für uns in ihrer Formulierung und Bedeutung vielfach unverständlich. Sie werden als Formeln rezitiert, ihr Inhalt nicht wahrgenommen. In den letzten Jahrzehnten sind viele Neuformulierungen entstanden, die versuchen, den Glauben in der heutigen Sprache auszusagen.
 
Ein Beispiel:
Ich glaube, dass du ganz anders bist, Gott, als wir denken;
dass du dich niemals festschreiben lässt in eine Gestalt, in ein Bild.
 
Ich glaube an dich, heilige Kraft, die Mutter und Vater für uns ist
in Weisheit und Güte;
und dass uns Leiden und Not nicht trennen von dir;
Ich glaube, dass du Erde und Himmel geboren hast,
das Weltall mit Sonnen- und Planetensystemen,
und dass du weiter Leben schenkst, auch, wenn wir es nicht sehen.
 
Ich glaube an Jesus von Nazareth, den Menschen deiner Liebe,
der aus dir und in dir lebte und lebt, deinen Sohn und Bruder;
Maria hat ihn, innig vereint mit dir, geboren
in Liebe und Treue zu dir und zu den Menschen ist er am Kreuz gestorben;
er wurde begraben und du hast ihn aus dem Tode geweckt
in unvergängliches Leben mit dir.
 
Ich glaube an den Heiligen Geist, die Schöpferin der Liebe;
ich glaube, dass du unsere christlichen Kirchen verwandeln und heiligen willst,
das du unsere offenen Herzen erwartest, damit die Erde bewohnbar bleibt.
 
Ich glaube an die Gemeinschaft aller, die dich unter vielen Namen suchen,
denn du bist die göttliche Fülle, du willst uns heilen und sammeln.
 
Ich glaube, dass du uns unbedingt annimmst als Kinder;
ob Mann oder Frau, ob schwarz oder weiß, ob arm oder reich;
Ich glaube, dass du die Schulden vergibst,
die Sünde heimatlos machst im Leben;
 
Ich glaube, dass du uns durch den Tunnel des Todes in Leben und Freude rufst
für immer.
 
Amen.
 
(Dieses Glaubensbekenntnis ist zu finden auf: www.helmut-theodor-rohner.de)
 
Dieser und ähnliche Versuche können uns in verständlicher Sprache an die Glaubenswahrheiten erinnern.
 
Das ist aber nur ein Aspekt unseres Glaubens. Neben der Glaubenswahrheit ist die persönliche Glaubenshaltung unerlässlich. In ihr wird deutlich, dass Glauben Beziehung ist. Es ist ein Beziehungsgeschehen zwischen Gott und dem je einzelnen Menschen. Er besteht im Vertrauen darauf, dass Gott da ist und uns liebt und diese Liebe uns durch den Tod hindurch trägt. Durch das Gebet halten wir diese Vertrauensbeziehung lebendig.
 
Ich wünsche Ihnen, dass Sie eine lebendige Beziehung zu Gott und den Menschen wachhalten können, nicht nur in der Zeit der beschränkten Kontaktpflege,
 
Ihr Hans Döink
 
Veröffentlicht: 10.11.2020




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