Impuls am Abend - Regeln?!

Vergangene Woche kam ich mit dem Auto von einem Termin zurück. Ich fuhr also durch die Langenbergstraße. Auf Höhe eines Restaurants kam mir ein Auto entgegen. Nun ist die Langenbergstraße zwischen Ostmauer und Wesemannstraße eine Einbahnstraße. Da der entgegenkommende PKW, der mittlerweile angehalten hatte, kein hiesiges Kennzeichen (BOH oder BOR) hatte, hielt ich an, um den Fahrer auf die Einbahnstraße hinzuweisen. Auf meinen Hinweis erhielt ich die Antwort, dass man nicht von hier sei. Meine Einlassung, dass auch für auswärtige Verkehrsteilnehmer dies eine Einbahnstraße sei, sagte man mir: Ich solle mich nicht aufregen, sondern lieber Platz machen (wegfahren), damit man weiter fahren könne. Und was ich überhaupt wolle. – Irritiert setze ich meine restliche kurze Fahrt fort. Im Rückspiegel sah ich, wie das Auto Richtung Ostertorapotheke davon fuhr.
 
Es kommt öfter vor, dass Verkehrsteilnehmer in der Langenberg- oder Wesemannstraße in falscher Richtung unterwegs sind. Auf den Hinweis, dass dies eine Einbahnstraße sei und sie in der falschen Richtung unterwegs sind, hatte ich bisher schnell Einsicht wahrgenommen und einen Dank erhalten. – Die geschilderte Begebenheit hat mich Anderes gelehrt.
 
Es gibt Regeln im Straßenverkehr. Diese diesen dazu, dass alle Verkehrsteilnehmer gut und sicher ihr jeweiliges Ziel erreichen. Voraussetzung ist, dass die Straßenverkehrsordnung als allgemein gültig, d. h. für alle geltend, akzeptiert wird. In dem geschilderten Fall schien dem nicht so. Nach dem Motto: Regeln? – Was interessieren die mich? Ich habe meine eigenen Regeln!
 
Mich befremdet ein solches Verhalten zunehmend: Eine Form von Egoismus. Nach dem Motto „Me first – ich zuerst“. Ich selbst bestimme, was zählt und gilt, was Regel und Gesetz ist. Institutionell gesetzte Normen werden nicht mehr anerkannt. Ich erlebe dies nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in vielen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Es ist auch wahrzunehmen, dass der Umgangston rauer und respektloser geworden ist. Man mag ein Auseinanderbrechen des gesellschaftlichen Miteinanders befürchten. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt.
 
 
Ihr
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 26.08.2020




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