Impuls am Abend

Treu im Kleinen und Verborgenen
 
Seit Februar sind sie unermüdlich Woche für Woche zugange; bei jedem Wetter wie Kälte, Regen, Sonne, Hitze, Wind… Sie sind selten zu sehen, da sie im Verborgenen arbeiten, hinter dem Netz, das den Staub abfängt. Bisweilen sind sie zu hören, zum Beispiel den Hammerschlag oder das Stemmeisen. Die Handwerker, die an der Sanierung des Liebfrauenkirchturms arbeiten. Zum einen die Dachdecker, die die neue Verschieferung anbringen. Zum anderen die Mauer, die das Mauerwerk, vor allem die Fugen ausbessern oder erneuern.
 
Ich habe es mir immer wieder einmal aus der Nähe angesehen und mit den Handwerkern über ihr Werk gesprochen. Mein Eindruck: Das ist schon hohe Kunst, was sie bei der Turmsanierung vollbringen. Ich habe großen Respekt vor ihrem handwerklichen Können. Und ich habe großen Respekt vor ihrer Arbeitsleistung. Von morgens früh bis abends spät sind sie zugange. Die Arbeitstage sind lang.
 
Die Handwerker arbeiten im Verborgenen. Ihr Werk, das sie vollbringen, ist zurzeit noch gar nicht zu sehen. Die Kirchturmspitze ist schon entrüstet und lässt ahnen, worauf wir uns freuen dürfen. Die Zifferblätter der Turmuhr sind angebracht und zu sehen. Es dauert noch etwas, bis diese wieder in Gang gesetzt wird und dann auch wieder der Stundenschlag zu hören sein wird.
 
Diese Handwerker am Liebfrauenkirchturm sind für mich beispielhafte Menschen, die ganz still ( -damit mein ich nicht den Lärm, den sie verursachen, sondern ihre Haltung, sie machen kein Aufsehen von sich - ), und äußerst treu im Kleinen und Verborgenen ihre Arbeit tun.
 
Sie erinnern mich an ein Wort der Botschaft Jesu:
„Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen.“ (Lukas 16, 10)
oder:
„Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!“ (Mätthäus 25, 21 bzw. 23)
Oder:
„Nicht ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.“ (Johannes 10, 26)
 
All denen, die wie die Handwerker am Liebfrauenkirchturm, Tag für Tag im Stillen und Verborgenen ihrer Arbeit nachgehen, sei einmal Anerkennung und Dank gesagt. Und wenn ich einen Hut trüge, dann würde ich ihn aus Respekt vor den Arbeitern am Liebfrauenkirchturm ziehen mit Blick auf das, was sie leisten.
 
Ihr
Rafael van Straelen
 
 
Das Bild zeigt einen alten Stein am Liebfrauenkirchturm mit der Inschrift eines Arbeiters aus dem Jahr der Errichtung: „25.7.1913 L. H.“
 
Veröffentlicht: 01.07.2020




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