Impuls am Abend - Ich sehe rot!

Gestern Abend oder zu nächtlicher Stunde waren Gebäude deutschlandweit in rotes Licht getaucht. Die Night of Light ist eine bundesweite Aktion der Eventbranche gewesen. Viele Gebäude waren rot angestrahlt, um auf die Situation der Personen, die in der Eventbranche, in der Gastronomie oder als Künstler tätig sind, hinzuweisen. Die Liebfrauenkirche war auch in rotes Licht getaucht. Peter Möllmann hatte die Idee dazu und hat dies kurzer Hand umgesetzt.

Unsere Stadt Bocholt ist eine Event-Hochburg: Es gibt zum einen Firmen, die Events und Großereignisse mit dem entsprechenden Mobiliar ausstatten, und zum anderen gibt es viele Events, die nun aufgrund der Corona- Situation ausgefallen sind oder ausfallen werden, wie Bocholt blüht, Weinfest, Aasee Festival, Kevelaer-Wallfahrten, Kirmes u.v.m. 

Gerade viele Schausteller und Event-Firmen sind in einer finanziell schwierigen Situation. Viele sehen schwarz mit Blick in die Zukunft und sich in ihrer Existenz bedroht. Dabei machen sie ihre Arbeit aus größter Überzeugung und mit viel Leidenschaft. Die Aktion war somit auch ein rot flammender Appell an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, diese Branche nicht sterben zu lassen. Die Bocholter Akteure hatten zur Night of Light aufgerufen unter dem Motto „Wir brennen für das, was wir tun.“ – Ein Wort, das ursprünglich vom frühchristlichen Theologen, Bischof und Kirchenvater Augustinus stammen soll: „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ 

Viele Menschen wünschen sich für das Freizeitvergnügen Events, Veranstaltungen mit Musik, Theater, Konzerten, kulturellem Programm, Mitmach-Aktionen, Speisen und Getränken. Was wäre, wenn es einmal jene nicht mehr gibt, die all dies ermöglichen durch ihre Ideen und Arbeit? 

Weil dies eben nicht geschehen darf; weil wir den Menschen in der Eventbranche viel verdanken an frohen und heiteren Stunden, an Lebensfreude und Vergnügen; weil wir die Events jetzt vermissen und uns darauf freuen, wenn die großen Ereignisse wieder stattfinden können; weil es schmerzt, wenn die Firmen pleite und die Menschen arbeitslos werden, haben wir mit der rot leuchtenden Liebfrauenkirche unsere Solidarität gezeigt. Denn: Kirche Sein heißt, sich der Freude und Hoffnung, aber auch der Angst und Trauer der Menschen annehmen. Statt rot würde ich für alle Menschen im Eventbereich gerne grün sehen. 

Rafael van Straelen

Foto: Martin Biermann
Veröffentlicht: 23.06.2020




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