Impuls am Abend - Bote der Freude

Heute vor 425 Jahren starb Philipp Neri. Er zählt zu den Heiligen in der katholischen Kirche. Heute ist sein Gedenktag. Ich erinnere hier an ihn, da er für mich ein ganz sympathischer und aktueller Glaubenszeuge ist. Als Sohn eines Notars wurde Philipp Neri 1515 in Florenz geboren. Ordensgemeinschaften prägten seine Lebensstationen. In Florenz besuchte er die Dominikanerschule. Nach einer dreijährigen kaufmännischen Lehre, die er in der Nähe des Benediktinerklosters Montecassino absolvierte, ging er als 18-Jähriger nach Rom. Zunächst war er dort in einer Adelsfamilie als Erzieher tätig. Dann nahm er das Studium der Theologie und Philosophie auf und lernte den Augustinerorden sowie Ignatius von Loyola, den Begründer des Jesuitenordens, kennen. Später gründete er einen eigenen „Orden“, die Bruderschaft der Heiligen Dreieinigkeit, die „Oratorianer“, benannt nach dem Oratorium, dem Obergemach (Raum), in dem die Wohngruppe lebte und sich zum Gebet versammelte. 1551 wurde er zum Priester geweiht. Ihm wurde mehrfach die Kardinalswürde angetragen. Diese hat er stets abgelehnt. Im Alter von fast 80 Jahren starb er am Fronleichnamstag, am 26. Mai 1595, an Blutsturz. Soweit einige Lebensdaten.

Was mich an Philipp Neri fasziniert, ist sein Wesen. Es wird überliefert, dass er von einem sonnigen Naturell, einem heiteren Wesen geprägt gewesen sein soll; und das, obwohl er in einer schwierigen Zeit gelebt hat. Mit den Straßenjungen und einfachen Leuten, um die er sich kümmerte, soll er schlagfertig witzige Gespräche geführt haben. Zudem war er wohl auch und gerade in seinem seelsorglichen Tun für eine spaßige Einlage zu haben; so z. B. bei einer Wallfahrt. An einem heißen Sommertag sei er mit einer Pilgergruppe unterwegs gewesen, doch kaum jemand betete vor Hitze und Erschöpfung mit. Da soll er sein Birett in die Luft geworfen und mit einem Sprung wieder aufgefangen und dabei gerufen haben: „Paradiso, paradiso!“ Alle waren aufgeschreckt, hatten gelacht und geklatscht. Dann ging die Wallfahrt mit Gebet fröhlich weiter. Sein Frohsinn und seine Heiterkeit führten dazu, dass er den Beinamen „der lachende Heilige“ erhielt. Philipp Neri war ein Bote der Freude.

Das Tagesgebet aus der Messe zum heiligen Philipp Neri greift dies passend auf:
„Gib uns […] die Heiterkeit des Geistes, die ihn zum Boten deiner Freude gemacht hat.“

Botin / Bote der Freude sein. Eine schöne Beschreibung dessen, wer wir als Christen in dieser – ja auch und gerade – schwierigen Zeit sein sollen. Freudenboten, geprägt von einer heiteren Gelassenheit. Ich weiß um Menschen in meinem Lebensumfeld, die so sind: geprägt von Frohsinn und Heiterkeit. Und sie sind wohltuend. Denn in verkrampften oder schwierigen Situationen können sie mit einem Scherz oder einer lustigen Bemerkung für Erheiterung sorgen.

Möge Gottes Geist Heiterkeit schenken und Sie zu einer Botin, einem Boten der Freude wandeln.

Einen heiteren Tagesausklang wünscht

Ihr
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 26.05.2020




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