Impuls zur Auferstehung - Pfr. Kroppmann

Wenn ich nach meinem Auferstehungsglauben gefragt werde, dann fallen mir zuerst die Situationen ein, wo so mancher Zeitgenosse sagt: „Es ist ja noch keiner zurückgekommen!“ – Da hake ich dann immer gerne ein und sage: „Doch, einer schon! Sonst hätte ich keinen Anlass Ostern zu feiern.“
Aber auch ich muss zugeben, Zeit- und Augenzeuge der Auferstehung bin und war ich nicht, da muss auch ich den Berichten der Jünger Jesu vertrauen. 
Aber wie wird sich Auferstehung wohl anfühlen oder aussehen, wenn beispielsweise Maria Magdalena am Ostermorgen den auferstandenen Jesus nicht erkennt, sondern ihn für den Gärtner hält (Joh 20,15)?
Interessanterweise erkennt sie ihn anscheinend am Klang der Stimme als er sie daraufhin mit ihrem Namen anspricht - und zugleich aber aufträgt ihn nicht festzuhalten. Einen körperlichen Leib mit soundso viel Masse und Ausdehnung, da kann ich wohl versucht sein ihn festzuhalten – aber er wird mir mit seiner Vergänglichkeit auch irgendwann gleichsam zwischen den Fingern zerrinnen. Aber die Stimme und vielleicht der Blick eines Menschen, sie werden mir bleiben!
Wenn Gott die „Auferstehung allen Fleisches“ am Ende der Zeit geschehen lässt, dann drückt mich nicht die Sorge, wie eng das dann wohl für uns oder Gott wird. Denn von Ausdehnung (Breite, Höhe, Tiefe) und Gewicht kann ich sinnvoll nur unter der Bedingung der Zeit reden, wo ich etwas messen und zum Vergleich getrennt nebeneinanderlegen kann. 
Wenn Gott aber alles vollendet und ergänzt, dann gibt es keine Trennungen mehr die mir dar zu Unterscheidung helfen könnten („deine Oma findest du auf Wolke Sieben und 100 Schritte dahinter deine Tante auf Wolke dreieinhalb“). Soviel Nähe auszuhalten ist mit Sicherheit ungewohnt – aber gerade das meint ja auch Himmel!!
Und ich freue mich jetzt schon darauf die Stimme meines Vaters zu hören, die ich vor 19 Jahren zuletzt auf seinem Sterbebett vernommen habe, auch wenn ich überhaupt keine Erwartung an gewichtige Worte von ihm habe. Und wie sehr ist es eine Herausforderung die Stimme und den Blick Gottes dann zu verspüren, der zu mir und einem jeden sagt „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt“ (Jer 31, 3). 
Da werde ich keinen Zollstock und keine Stoppuhr gebrauchen wollen – sondern einfach den Klang dieser Worte und den Blick Gottes genießen!
Und bis dahin gilt die Weisung, die an Maria Magdalena geht: „Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“
Und so schreibe ich am Ende: Frohe Ostern! 
Denn in seiner Auferstehung hat Jesus Christus dem Tod seine Macht genommen und uns zu Zeugen eines neuen Lebens gemacht! Hört und seht, wie konkret seine Liebe für einen jeden von uns ist.

Ihr Pastor Ulrich Kroppmann
Veröffentlicht: 11.04.2020


 



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