Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde,
an diesem Sonntag hören wir das Evangelium vom Fest der ‚Darstellung des Herrn‘. Der greise Simeon und die betagte Hannah sind im Tempel und bemerken dort die nach dem jüdischen Gesetz vorgeschriebene Darbringung von Opfergaben für die Geburt des erstgeborenen Kindes von Maria und Josef aus Nazareth. Simeon nimmt das zum Anlass, das 40 Tage alte Kind in die Hand zu nehmen und Gott zu preisen: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast.“
Seitdem sind diese Worte auf viele andere Beter übergegangen. Im Stundengebet bilden sie den Abschluss eines Tages in der Komplet; als „Nunc dimittis“ werden sie heute in Taizé gesungen wie zuvor auch schon in vielen Jahrhunderten und Orten.
Es tut gut, sich einem Größeren anvertrauen zu können und zu wollen. Auch wenn Gott größer ist als wir und wir ihn nicht ganz ergründen können: wir dürfen vor seinem Angesicht sein und ihm Antwort geben – und das nicht erst irgendwann im Jenseits, sondern schon im hier und jetzt (und das auch nicht nur am Abend)!
Dass der Glaube an Gott Frieden schenkt, dass wünsche ich Ihnen; dass ich im Heute schon ganz ruhig werden kann, weil ich um das Morgen weiß. Das erklingt auch im Blasius-Segen, der auf den Tag nach Lichtmess fällt (aber auch schon davor gespendet wird). Das Licht zweier in Kreuzform gehaltener Kerzen auf sich wirken lassen und im Segensempfang gleichzeitig „Ja“-Sagen zu diesem Gott.
Ich wünsche Ihnen einen friedvollen und gesegneten Sonntag
Pastor Ulrich Kroppmann
 
Veröffentlicht: 31.01.2020