Impressionen von der Reparatur der Orgel der Liebfrauenkirche


Die Klais-Orgel der Liebfrauenkirche war in den vergangenen Wochen nicht funktionsfähig. Ihr Motor hatte einen Lagerschaden. In der letzten Woche wurden von den Orgelbauern der Firma Klais (Bonn) der neue Motor der Firma Laukhuff (Weikersheim) in die Orgel eingebaut. Die Lieferzeit war mit zehn Wochen sehr lang, was daran liegt, dass es sich bei dem Motor um einen sogenannten "Langsamläufer" handelt.

Wurden früher die Blasebälge einer Orgel noch von Menschen mühsam getreten, übernahmen mit Aufkommen der Elektrizität solche Gebläsemotoren die Aufgabe, die Orgel mit Wind zu versorgen. Der Motor füllt einen großen Magazinbalg mit Luft, und dieser sorgt für einen stetig konstant bleibenden Winddruck innerhalb der Orgel.

Die Orgel der Liebfrauenkirche wurde 1979 gebaut. Zu dieser Zeit war es so, dass man eine Orgel möglich platzsparend baute, damit sich die Chöre - die damals immer größer wurden - um die Orgel herum platzieren konnten. Der Podestaufbau um die Orgel der Liebfrauenkirche veranschaulicht dies sehr deutlich. Die Firma Klais war damals bekannt dafür, auf besonders engem Raum bauen zu können. Damals steckte die Technik, 3D-Modelle am Computer zu entwickeln, noch in den Kinderschuhen - die Orgel wurde zu großen Teilen noch am Zeichenblock entworfen.

Was damals eine gute Idee gewesen sein mag, sorgt heute langfristig für Probleme bei der Wartung. Zentrale Teile der Orgel, wie z.B. der Motor, sind nur unter erheblichem Aufwand zugänglich, sodass in unserem Fall zwei Orgelbauer für zwei Tage mit der Hilfe eines Elektrikers der Firma Mölders aus Barlo damit beschäftigt waren, den alten Motor gegen den neuen zu tauschen. Orgeln, die heutzutage neu gebaut werden, werden unter dem Hinblick des Wartungsbedarfs großzügiger gebaut.

Wir freuen uns, dass die Orgel zum Gaudete-Sonntag wieder erklingt, und damit auch die Weihnachtsgottesdienste mit der großen Orgel begleitet werden können.

Titelbild: Martin Biermann
Veröffentlicht: 16.12.2019