100 Jahre Kirchenfenster in St. Helena (7) – Hl. Anna

Zwei der Glasfenster mit Abbildungen von Heiligen sind an der Rückseite der Kirche angebracht. In Blickrichtung vom Altar befindet sich neben dem Fenster der heiligen Notburga die Abbildung der hl. Anna gemeinsam mit Maria.

Bedeutung des Namens: Die Begnadete (hebräisch)

Leben:
Genauso wie ihr Ehmann Joachim kommt auch  Anna, die Mutter Marias und damit Grioßmutter Jesus´, nicht in den Schriften des Neuen Testamentes vor.
Eine erste Erwähnung findet sich in einer apokryphen Schrift, dem Jakobus-Evangelium. 1)
Der Name Anna erinnert an die alttestamentliche Hannah (vgl. 1 Sam 1), die wie sie auch nach vielen Jahren Kinderlosigkeit Mutter geworden ist.
In der Ostkirche verbreitete sich der Kult um die hl. Anna ab dem 5. Jahrhundert und gelangte im Verlaufe der Kreuzzüge auch in die römisch-katholischen Gebiete. Besonders die Franziskaner pflegten ihre Verehrung. 
Papst Sixtus IV. nahm den Festtag der hl. Anna (26. Juli) in den römischen Kalender auf. Mittlerweile gibt es im deutschsprachigen Raum mehr als 100 Wallfahrtsorte, die der Heiligen gewidmet sind. In unserer Nähe liegt der Annaberg in Haltern, wo alljährlich auch eine große Wallfahrt der aus Schlesien stammenden Katholiken statt findet.
Die hl. Anna wird häufig mit ihrer Tochter Maria  und/oder mit ihrem Ehemann Joachim abgebildet.
Sie gilt als Schutzpatronin gegen Gewitter. Als Martin Luther als junger Mann von einem Gewitter überrascht wurde, hat er die hl. Anna um Hilfe und Schutz angerufen. Außerdem gilt sie als  Patronin u.a. der Witwen, der Armen, der Arbeiterinnen, Bergleute, für eine glückliche Ehe und für Kindersegen.
In einigen Bauernregeln taucht ihr Name ebenfalls auf.
 
Tagesgebet am Fest der hl. Anna und des hl. Joachim  (26. Juli)

Herr, du Gott unserer Väter,
du hast Joachim und Anna erwählt,
der Mutter deines menschgewordenen Sohnes
ihr Leben zu schenken.
Auf die Fürbitte dieser heiligen Eltern
gib uns das Heil,
das du deinem Volk versprochen hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 
Bauernregeln:
„St. Anna klar und rein, wird bald das Korn geborgen sein.“
„Um St. Ann´ fangen die kühlen Morgen an.“
„Anna warm und trocken macht den Bauer froh locken.“
„Ist St. Anna erst vorbei, kommt der Morgen kühl herbei.“
 
1)  Apokryphe (griechisch: dunkel, verborgen) sind Schriften, die aus inhaltlichen, religionspolitischen oder zeitlichen Gründen nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden. Es gibt Apokryphen des Alten Testamentes wie das erste und zweite Buch Abrahams und des Neuen Testamentes. Hierzu gehören das Jakobus-, das Thomasevangelium oder die Offenbarung des Petrus.
Quellen:
Das Jakobusevanglium, Kap.4-8, in: A. Pfabigan: Die andere Bibel. Frankfurt 1991.
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Anna.htm
SCHOTT- Messbuch II. Freiburg 1984, S. 1139.
Text: K. Brücks  Fotos: A. Tembrink
 
Übersicht der Fensterbilder
 
Veröffentlicht: 31.10.2019