100 Jahre Kirchenfenster in St. Helena (6) – Hl. Notburga

Zwei der Glasfenster mit Abbildungen von Heiligen sind an der Rückseite der Kirche angebracht. In Blickrichtung vom Altar aus auf der rechten Seite findet sich Darstellung der Heiligen Notburga.
 
Bedeutung des Namens: Schützerin in/vor Not

Leben:
Nach der Überlieferung kam Notburga 1265 in Rattenberg/Tiro als Tochter eines Hutmachers zur Welt.  
Ab dem 18. Lebensjahr arbeitete sie als Magd im Schloss Rottenburg in Tirol und wurde bald darauf aufgrund ihres Fleißes und ihrer Umsicht zur „Schafferin“, der Vorgesetzten aller Mägde dort. Schon in jungen Jahren wurde sie wegen ihrer Nächstenliebe gerade den Armen gegenüber, die sie unablässig mit den Speiseresten versorgte, bekannt. Das Nachfolgerehepaar im Schloss missbilligte hre Mildtätigkeit und untersagte ihr schließlich die Weitergabe der Speisen an Bedürftigte. Daraufhin „sparte“ sich Notburga das Essen im wahrsten Sinne „von ihrem Munde ab“, und teilte so ihr eigenes Essen.
Dennoch wurde sie von der Schlossherrin Ottilie entlassen. Fünf Jahre arbeite Notburga dann als Magd bei einem Bauern in Eben, ebenfalls  in Tirol. Nach dem Tode Ottilies rief die neue Schlossherrin Margarete von Hoheneck  Notburga wieder als Köchin in ihre Dienste. Auch wurde ihr erlaubt, wieder die Armen der Umgebung zu versorgen.
Ebenfalls gelang es ihr den Grafen mit seinen Brüdern nach einem Zwist wieder zu versöhnen.
Bis zu ihrem Tod 1313 blieb Notburga im Schloss. Ihr Grab findet sich im Rupertikirchlein in Eben, einer mit Laufe der Zeit erweiterten und viel besuchten Wallfahrtskirche. Ihre Verehrung setzte im 15. Jahrhundert ein. Sie ist die einzige Heilige Tirols und gilt als Patronin der Dienstmägde, Bauern und Armen sowie der Trachten- und Heimatvereine. In Tirol und dem Salzburger Land wird sie besonders verehrt. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 13. September. Offiziell wurde sie erst 1862 durch Papst Pius IX. heilig gesprochen.
Als „Schafferin“ wird sie oft mit Schlüssel dargestellt, aber auch mit Getreidegarben, mit einer Sichel (wie auf dem Fenster in St. Helena), einer Heugabel oder als Frau, die Brot verteilt.
 
Tagesgebet am Fest der Hl. Notburga (13. September)
Allmächtiger, gütiger Gott,
dein Sohn ist in die Welt gekommen,
nicht um sich bedienen zu lassen sondern um zu dienen.
Hilf uns nach dem Vorbild der heiligen Notburga
Christus nachfolgen und ihm in den Armen dienen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus..
 
Quellen:
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienN/Notburg_von_Rattenberg.htm
http://notburga-gemeinschaft.at/pilgergruppen/lit-texte-zum-fest-der-hl-notburga/
Text: K. Brücks  Fotos: A. Tembrink

Übersicht der Fensterbilder
Veröffentlicht: 30.10.2019