100 Jahre Kirchenfenster in St. Helena (5) – Hl. Elisabeth

Hinter dem Altar sind vier der Heilige auf den Glasfenstern zu sehen. Ganz  links  ist die Hl. Elisabeth abgebildet.
Dieses Fenster wurde 1919  vom Mütterverein Barlo gestiftet.

Bedeutung des Namens: Gott ist Fülle (hebräisch) oder: Gott baut (s)ein Haus (hebräisch)

Leben:
Elisabeth wurde am 7.Juli 1207 als Tochter des ungarischen Königspaares  Andreas II. und Getrud von Kärnten-Andechs geboren.
Schon im Alter von 4 Jahren kam sie auf die Wartburg bei Eisenach in Thüringen, um mit dem ältesten Sohn des Landgrafen Hermann verlobt zu werden,
der aber im Jahre 1216  verstarb. 
An seiner Stelle heiratete sein jünger Bruder und Landgraf Ludwig IV. Elisabeth im Jahre 1221.
Beide wurden Eltern von drei Kindern.
Geprägt wurde Elisabeth von ihrer Tante Hedwig von Schlesien, die ebenfalls später heilig gesprochen wurden, und dem gerade aufkommenden Orden der Franziskaner.
Dem Armutsideal Franziskus´ folgend, engagierte sich Elisabeth als Landgräfin in der Fürsorge für die Armen und Bedürftigen und unterstützte das Franziskanerkloster. Bei ihrem Tun sah sie sich auch Angriffen aus den wohlhabenden Teilen der Bevölkerung gegenüber, die ihr Verschwendung zugunsten der Almosen vorwarfen.
Nach dem Tode ihres Mannes 1226, der sich dem 5. Kreuzweg angeschlossen hatte, wurden sie und ihre Kinder von ihrem Schwager von der Wartburg vertrieben. Nach verschiedenen Stationen gelangte sie nach Marburg. Mit ihrem Witwenanteil stiftete sie dort das Franziskusspital, in dem sie persönlich Kranke und Sterbende pflegte.
Unter dem Einfluss des fanatischen Bußpredigers Konrad von Marburg wurde Elisabeth zur Asketin. Diese Lebensweise schwächte sie auf Dauer so sehr, dass sie im Alter von nur 24 Jahren starb. Ihr Leichnam wurde in dem von ihr geründeten Spital begraben.
Heute findet sich ihr Grab in der nach ihr benannten Kirche in Marburg.
Von vielen Menschen schon Zeit ihres Lebens verehrt, sprach Papst Gregor IX.  sie am 27. Mai 1235 heilig.
Sie wurde zur Patronin des Deutschen Ordens und wird als Patronin von Thüringen, Hessen und des Bistums Erfurt sowie als Fürsprecherin der Armen und Kranken, der unschuldig Verfolgten verehrt.
Bis heute engagieren sich die Elisabeth-Konferenzen in den Anliegen der Caritas.
Um das Leben der Heiligen ranken sich eine Menge von Legenden. Zu den bekanntesten gehört das sogenannte Rosenwunder.
Elisabeth war mit einem Brotkorb von der Wartburg zu den Armen unterwegs. Unterwegs begegnete sie ihrem Mann, der nach den Vorwürfen der Verschwendung skeptisch gegenüber seiner Frau geworden war und sie fragte, was sie in dem Korb transportiere.
„In dem Korb sind Rosen“, antwortete Elisabeth und las ihr Mann diese sehen wollte, nahm sie das Tuch vom Korb und in der Tat: der Korb war voller Rosen.
Diese Szene ist auch auf dem Fenster in St. Helena dargestellt und bildete die Grundlage für das Lied „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht.“ (Text s.u.)
Dieses Lied entstand  im Rahmen des 750jährigen Jubiläums des Todestages in der damaligen DDR und gehört mittlerweile zum allgemeinen Liedgut in unseren Gottesdiensten. (Gotteslob Nr. 470).

Außerdem gibt es einige Bauernregeln, in den Elisabeth auftaucht:
 „ Elisabeth sagt es an, was der Winter für ein Mann!“ oder „Es kündet St. Elisabeth, was für ein Winter vor der Türe steht!“
 
Tagesgebet am Fest der Hl. Elisabeth (19. November)

Gott, du Vater der Armen,
du hast der heiligen Elisabeth
ein waches Herz für die Armen gegeben,
in denen sie Christus erkannte und verehrte.
Auf ihre Fürsprache gib auch uns den Geist der Liebe
und leite uns an zu helfen,
wo Menschen in Not und Bedrängnis sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
 
 Wenn das Brot, das wir teilen (GL 470)
 

 

Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht,   
und das Wort, das wir sprechen als Lied erklingt,

Ref.:  dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
dann wohnt er schon in unserer Welt.
Ja dann schauen wir heut schon sein Angesicht
in der Liebe, die alles umfängt,
in der Liebe, die alles umfängt.

 2. Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt,
    und die Not, die wir lindern zur Freude wird,
    dann hat Gott…
 3. Wenn die Hand, die wir halten, uns selbst hält,
    und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt,
    dann hat Gott…
 4. Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt
    Und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird,
    dann hat Gott…
 5. Wenn das Leid, das wir tragen, den Weg uns weist,
    und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt,
    dann hat Gott…
 
Quellen:
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Elisabeth_von_Thueringen.htm
SCHOTT-Messbuch für die Werktage II. Freiburg 1984, S. 1613
Text: K. Brücks  Fotos: A. Tembrink
 
Übersicht der Fensterbilder
 
Veröffentlicht: 29.10.2019