Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde!
In der kommenden Woche, am 23. Mai, wird unser Grundgesetz 70 Jahre alt. In den Medien ist dies schon seit einigen Wochen Thema. So gab es in unserer Lokalzeitung, dem BBV, und in der Wochenzeitung DIE ZEIT zahlreiche und – wie ich meine - lesenswerte, da aufschlussreiche Artikel.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Sie gilt es zu achten und zu schützen. – So haben es vor 70 Jahren die Mütter und Väter unseres Grundgesetztes im 1. Artikel niedergeschrieben. Sie wussten sich Gott und den Menschen gegenüber verantwortlich. Die Würde des Menschen ist und bleibt unantastbar; und ist heute wohl mehr denn je zu verteidigen, da selbst Schreiben (Petitionen) an die Mitglieder des Bundestages mittlerweile Beleidigungen, respektlose Formulierungen und Hassäußerungen beinhalten.
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Für diese Aussage in Artikel 3 haben sich damals besonders Frauen eingesetzt. – Bis heute ist dies nicht in allen gesellschaftlichen Bereichen umgesetzt. Aber Vieles ist in dieser Hinsicht seit 1949 geschehen.
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ – Diese Aussage ist ein Widerhall auf die Erfahrungen des Nazi-Regimes. – Auch hier gilt: Die Würde und Gleichheit aller Menschen gilt es mehr zu achten und zu schützen.
„Die Freude der Menschen am Leben und ihre Würde von Gott her schützen.“ Diese Aussage ist für mich so etwas wie ein Leitwort für meinen Dienst als Seelsorger und Priester geworden. Der glaubende und biblisch denkende Mensch lebt auf der Grundlage, dass Gott den Menschen zur Freude erschaffen hat. Beide Aspekte des Menschseins kommen in diesem Leitwort zum Ausdruck: Die Würde des Menschen und die Lebensfreude.
An diesem Sonntag und in der neuen Woche bin ich Gott sehr dankbar, in einem Staat leben zu dürfen, in dem Freiheit und Rechtstaatlichkeit gegeben ist. – Das ist mit Blick auf viele Staaten, Unrechtsregime und Diktaturen in unserer Welt und Zeit wahrlich nicht selbstverständlich.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen und gesegneten Sonntag!
Ihr Pastor
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 17.05.2019