Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde,
ein Autor hat das Evangelium vom heutigen Sonntag mit folgender mathematischen Formel umschrieben: „X gleich zu erwartender Lohn gleich Liebe zu anderen, die mich nicht lieben plus Liebe zu denen, die mich auch lieben, minus mir entgegengebrachter Liebe von denen, die auch ich liebe. Dabei muss allerdings von der Größe x, also dem zu erwartenden Lohn, die
unbekannte Größe y, nämlich die Liebe, die ich von anderen, die ich nicht liebe, empfangen habe, noch einmal abgezogen werden.“
Wenn Sie jetzt denken, dass das in der karnevalistischen Zeit ein toller Witz oder gar nur Blödsinn sei, dann kann es daran liegen, dass Sie a) immer schon Schwierigkeiten mit Mathematik hatten, b) es so genau gar nicht wissen wollten oder c) ganz einfach Recht haben. Es ist schlicht und ergreifend „Schwachsinn“, meines Erachtens, das Evangelium in einer solchen Formel zusammenzufassen. Und seit Schultagen ist auch mir klar, dass Mathe sehr wenig mit Liebe zu tun hat.
Aber wenn sich das Evangelium um den Begriff „Lohn“ dreht, sind wir Menschen schnell beim Rechnen. Wer nur Gutes gegen Lohn macht, dem glaube ich nicht, dass ihm die Tat etwas bedeutet. Aber darum geht es Jesus. Es geht ihm um Menschen, die füreinander einstehen und da sind, die Verantwortung übernehmen und auf die ich bauen kann. Berechnende Menschen sind da fehl am Platz. Denn, wenn der Mensch beim Mitmenschen das Rechnen anfängt, hat die Liebe verloren.
Ich wünsche Ihnen in der kommenden Woche „liebevolle“ närrische Tage. In Köln sagt man: „Jede Jeck is anders“ – also fangen Sie nicht das Rechnen an.
Ihr Kaplan Lukas Hermes
 
Veröffentlicht: 22.02.2019