Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde!
Im Pfarrgarten hinter dem Pfarrhaus steht ein großer Magnolienbaum. Im Frühjahr darf ich stets seine wunderbare Blütenpracht erleben, wenn auch nur für wenige Tage. In diesem Jahr darf ich sogar eine weitere Freude verfolgen: Eine Taube hat in den Zweigen des Magnolienbaumes ihr Nest ge-baut. Wochenlang hat sie geduldig gebrütet. Vergangene Tage ist die Brut geschlüpft. Mit großer Aufmerksamkeit ruhen die Au-gen der Taubenmutter auf ihre Jungen, die nicht viel mehr als federpflaumige Knäuel sind. Jeden Morgen nach dem Aufstehen schaue ich aus dem Fenster direkt zum Tau-bennest. Neues Leben bricht sich Bahn: Klein, zart, zerbrechlich, hilfebedürftig. – Ein kleines Wunder der Natur, versteckt vor der größeren Öffentlichkeit, das ich erleben und verfolgen darf. In seinen Reden greift Jesus einmal das Bild vom Senfkorn auf: „Wächst das Senfkorn aber, dann wird es zum größten Baum und die Vögel des Him-mels nisten darin." (Mt 13,31-32) Ein Bild für die Gegenwart Gottes in unserer Welt.
Die Sommerferien stehen vor der Tür. Die Schüler haben ihre Zeugnisse erhalten. Schüler, Eltern, Lehrer – alle freuen sich auf die freie Zeit in den Sommerferien. Auch in der Pfarrei machen wir so etwas wie Sommerpause. Gremien und Gruppen kommen nicht zu Sitzungen zusammen. Zeit der Er-holung. Gut so. Viele nutzen die Zeit zum Vereisen oder um Urlaub zu machen. Zeit zum Entschleunigen oder um die kleinen Dinge des täglichen Lebens, die Wunder der Natur zu erleben und darin Gottes Gegen-wart zu entdecken. So wie ich es erlebe mit dem Blick auf das Taubennest mit den jun-gen Vögeln im Magnolienbaum.
Ich wünsche allen eine erholsame Sommer-zeit und einen gesegneten Sonntag!
Ihr Pastor Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 13.07.2018