Sonntagsgruß

Liebe Gemeindemitglieder!
An diesem Sonntag findet in Los Angeles in den USA wieder die Oscarverleihung statt; der begehrte Filmpreis. In diesem Jahr wird sicherlich auch die „#Me Too!" Bewegung ein Thema sein. Personen, vor allem Frauen, die auf sexuelle Belästigung, Verletzung und erlittenes Unrecht hinweisen. In immer mehr Lebensbereichen wird das Thema der sexualisierten Gewalt öffentlich (Arbeitsplatz, Filmbranche, Sport). Die katholische Kirche ist seit dem Öffentlichwerden der Skandale im Jahr 2010 mit dem Thema beschäftigt, vor allem mit der Aufarbeitung und Prävention. Am vergangenen Freitag war der Weltgebetstag der Frauen. Am Donnerstag der kommenden Woche, am 8. März, ist Weltfrauentag. Frauen erheben ihre Stimme und machen nicht nur auf Unterdrückung und Unrecht gegenüber Frauen, sondern auch auf ihre Rechte aufmerksam. Immer geht es dabei um Wahrheit und Gerechtigkeit.
Christen überdenken in der Fastenzeit ihre Lebensweise und Glaubenspraxis. Dabei geht es darum, zu einem ehrlichen und (ge-)rechten Umgang mit sich, mit anderen Menschen und mit Gott zu finden. Es geht um die Achtung seiner selbst, des Anderen und Gottes.
In den Gottesdiensten an diesem Sonntag werden die Zehn Gebote zu hören sein. Sie haben Eingang gefunden in das gesellschaftliche Leben bis hinein in unsere Rechtssprechung. Die Zehn Gebote – so verstehe ich sie – sind nicht Verbote, sondern Gebote: Sie gebieten, Gott zu respektieren, da er Leben und Liebe ist, und das Leben des Menschen in seiner Freiheit, Persönlichkeit und Integrität zu achten. Dazu gehört auch der Schutz der Sexualität des Menschen.
Der Priester und geistliche Schriftsteller Andreas Knapp hat einige Gebote so umschrieben:
„Wenn du von nichts besessen wirst, musst du nichts gewaltsam an dich reißen. / Bleibe bei der Wahrheit; du wirst anderen und dir selbst ein wahrer Freund. / Die Liebe der anderen zu achten, macht dich selber liebenswert. / Schiele nicht auf die Nachbarn; im Blick auf das deine werde zufrieden."
Ihnen einen guten und gesegneten Sonntag!
Ihr Pfarrer Rafael van Straelen
Veröffentlicht: 02.03.2018