Adventskalender - Heile, heile Gänsje

Heile, heile Gänsje, es is bald widder gut.
Es Kätzje hat e Schwänzje, es is bald widder gut.
Heile, heile Mausespeck, in hunnerd Jahr is alles weg!

Dieses Lied erinnert mich an meine frühesten Kindertage. Wenn ich hingefallen bin und mir das Knie aufgeschlagen habe, dann haben mich meine Eltern in den Arm genommen und das Lied vom Heile Gänsje gesungen. Dabei haben sie mir über den Kopf gestreichelt und mich beim Wort Mausespeck am Bauch gekitzelt.

Jahrelang sang Ernst Neger dieses Lied bei der Fastnachtsitzung „Mainz bleibt Mainz“, wir durften die Sendung immer im Fernsehen mit anschauen, und es wurde dann immer ganz still im Saal. Manch einer zückte verstohlen ein Taschentuch, vor allem bei der vierten Strophe, die die große Katastrophe des Zweiten Weltkrieg und seine Zerstörung besingt:

Wär‘ ich einmal der Herrgott heut, dann wüsste ich nur eins:
Ich nähm in meine Arme weit mein arm´, zertrümmert Mainz
Und streichelte es sanft und lind und sagt: „Hab nur Geduld.
Ich bau dich wieder auf geschwind, du warst ja gar nicht schuld.
Ich mach´ dich wieder wunderschön, du kannst, du darfst nicht untergeh´n.

Dieses kleine Lied zeigt eine tiefe Sehnsucht der Menschen nach Heil und heil werden. Nicht nur von außen an den Gebäuden, auch von innen, in der Seele. In uns gibt es diese Sehnsucht, heil zu sein, ganz zu sein; und wo dies nicht möglich ist, Gottes Heil zu erfahren.
Heute geht es uns ähnlich: Mit Corona, nach Delta- und nun Omikron-Variante sehnen wir uns danach, dass alles wird wie früher, einfach wieder „heil werden“.

Das kleine Lied erzählt in allen Strophen von Zuwendung, von Trost und von der Zuversicht: Alles wird wieder gut.

Vertrauen wir darauf – mit Gottes Hilfe.

Lena Döing
Veröffentlicht: 13.12.2021




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