Impuls am Abend - Die Hl. Agnes

„Wenn ich dich nicht haben kann, dann soll dich auch kein anderer haben!“ – Vielleicht kennen sie so einen schneiden Schatz aus Fernsehdialogen oder auch eigenem Hören. Ganz – oder gar nicht. Was eben noch von Liebe erfüllt war, richtet sich jetzt gegen den anderen (oder einen begehrten Gegenstand). 
Gleiches hat auch die Hl. Agnes erfahren, deren Gedenktag (heute) am 21. Januar ist. Es lohnt sich ihre Geschichte nachzulesen, zum Beispiel im Ökumenischen Heiligenlexikon: Weil sie ihre Liebe Christus schenken wollte und nicht dem sie begehrenden Sohn des Präfekten, malträtieren sie dieser und sein Vater mit Gewalt und kompletter Bloßstellung, am Ende bis zum Tod.
Es gibt in der Kunstgeschichte sehr anrührende Bilder, wie Agnes einerseits aller Kleider beraubt wird; Gott sie aber in ein Kleid (aus Licht) kleidet oder ihr Haar so wachsen lässt, dass es den Körper bedeckt und sie nicht mehr bloßgestellt ist.
Ich finde den Gedanken sehr tröstlich: Gott lässt am Ende den Triumph der Gewalt nicht zu und wo er Blöße bemerkt, bedeckt er diese und gibt wieder An-Sehen. Und ich kann in der Hoffnung bleiben, ohne mich in allem verteidigen zu können. 
Manche nennen diese Hoffnung naiv – passend zu einem Lamm (welches auf Latein „Agnus“ genannt wird). Ich finde sie begründet – nämlich in Christus, der Lamm und Hirte zugleich ist.
Also, ihr Gärtner, Verlobte und Kinder: Agnes ist eure (Schutz-)Patronin. Habt Mut etwas in Liebe wachsen zu lassen! 

Pfarrer
Ulrich Kroppmann

Das Bild zeigt die Figur der Hl. Agnes im St. Agnes-Hospital
 
Veröffentlicht: 20.01.2021




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