Impuls am Abend - Das leuchtende Angesicht

„Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten
und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu
und schenke dir Frieden.“
 
Dieser biblische Segenswunsch ist im Buch Numeri zu finden (Num 6, 22-27). Er ist Lesung im Gottesdienst zu Neujahr. Ich höre diesen Segenswunsch gerne. Er spricht mich an.
 
Ein geradezu alltägliches Bild kommt mir dabei in den Sinn: Wenn es heißt: „Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten“, habe ich ein Kind vor Augen, einen Säugling in einem Kinderwagen oder Maxi-Cosi. Das Kind liegt darin, die Eltern, Freunde oder einfach Neugierige schauen hinein. Sie lassen ihr (An)Gesicht über dem Kind „leuchten“ und in aller Regel der Fälle lächeln sie sich dabei an: die Eltern, die hineinschauen, das Kind im Kinderwagen lächelt zurück. Das ist mehr als nur ein loser Blickkontakt. Der Blick sagt: Es ist gut mit dir! Ich freue mich, dass du da bist! Schön dich zu sehen! Du machst mein Gesicht strahlend vor Freude.
 
Der Segen sagt: So möchte Gott über dir sein Gesicht leuchten lassen. Er sagt dir: Schön dich zu sehen! Ich freue mich, dass du da bist!
 
Im Segen heißt es weiter: „Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden“. Und wieder kann der Säugling, das Kind im Kinderwagen eine Hilfe sein zu verstehen: Das Kind schaut aus dem Kinderwagen nur nach Oben, in den Himmel, in eine weite, eintönige Leere. Daher ist es gut, wenn die Eltern hin und wieder in den Kinderwagen hineinschauen, in den Gesichtskreis des Kindes – ihr (An)Gesicht dem Kind zuwenden. Dann erfährt das Kind: Ich bin nicht allein – mir kann nichts Schlimmes geschehen.
 
Der Segen besagt: Gott will dich anschauen, damit du leben kannst und erfährst: Ich bin nicht allein gelassen. ER wird mir nicht schaden, sondern Frieden und Zufriedenheit schenken.
 
Dieses Segenswort aus dem Buch Numeri wurde den Israeliten während der Zeit ihrer Wüstenwanderung zugesprochen. Damals befand sich das Volk Israel auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft. Auch wir stehen heute noch am Anfang eines (fast) neuen Jahres. Die Zukunft, wie das Jahr 2021 verlaufen wird, ist ungewiss. Dieser Segen ist ein Wort der Ermutigung. Gott sagt Dir zu: Es ist gut mit Dir! Ich freue mich, Dich zu sehen. Auch im neuen Jahr lasse ich Dich nicht allein – begleite Deine Wege und will Dir Zufriedenheit schenken – alle 365 Tage lang.
 
 Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 04.01.2021




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