Adventskalender - Hoffnung, die vernetzt

Vergangene Tage war ich mit meiner Tochter und den Enkelkindern einen Weihnachtsbaum kaufen. Es ist mir nicht leicht gefallen einen Weihnachtsbaum sozusagen allein auszusuchen, da mein Mann und ich das im letzten Jahr mit der ganzen Familien noch gemeinsam getan haben. Mein Mann ist im Sommer verstorben.
 
Nachdem der Baum ausgesucht war, hiefte ein kräftiger junger Mann den ausgesuchten Baum in eine Röhre. Am Stamm wurde noch ein wenig rumgesägt und dann wurde der Baum durch die Röhre gezogen und war vernetzt, für den Transport und zum Aufstellen zuhause in den dafür vorgesehenen Ständer.
 
Daheim waren die Enkelkinder ganz aufgeregt und wollten immer das Netz lösen. Aber sie mussten warten, bis der Baum richtig gerade und feststand. Dann durften sie mit der Schere das Netz lösen und der Baum ragte seine Zweige aus.
 
Wir standen da zusammen; ohne meinen Mann, ohne Vater und Opa. Plötzlich war der Gedanke an das letzte gemeinsame Weihnachtsfest da. Wir spürten, mein Mann, der Vater und Opa ist uns nah. Plötzlich sagte mein Enkelsohn „Ich freue mich auf Weihnachten!“
 
Ja, das dürfen wir alle. Auch jene, denen seit dem letzten Weihnachtsfest ein geliebter Menschen gestorben ist. Wir sind ja vernetzt mit vielen schönen Erinnerungen und Gedanken an unsere lieben Verstorbenen. Wir sind vernetzt durch die Hoffnung, dass der Mensch, das Leben und die Liebe im Tod nicht untergehen, sondern den Tod überdauern und gewandelt werden zu einem anderen Leben bei Gott. Hoffnung, die vernetzt. Hoffnung, Erinnerungen und Gedanken, die einen sich doch auf Weihnachten freuen lassen.
 
 
Ulrike Kleinewegen
 
Veröffentlicht: 21.12.2020




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