Impuls am Abend - Alles ist gesagt


„Alles ist gesagt“ ist die erste Zeile eines kleinen Gedichtes des Salzburger Theologen und Dichters Gottfried Bachl.

Wenn alles gesagt ist, ist das Gespräch zu Ende. Man kann zur Tagesordnung übergehen. Lästig ist es, wenn zwar alles gesagt ist, aber die Gesprächsteilnehmer weiter diskutieren, weil noch nicht alles von allen gesagt ist.

„Alles ist gesagt“ gilt auch vom Autor des Gedichtes. Am 23.5.2020 ist er im Alter von 88 Jahren gestorben.

„Nichts ist einfach da“ fährt das Gedicht fort und eröffnet eine andere Deutung des „Alles ist gesagt“. Die Sterne, die Schwerkraft, die Elemente „fließen aus deinem Mund“. Durch das Wort Gottes ist alles geschaffen und da. Der Vers aus dem Johannesevangelium klingt an: „Alles ist durch das Wort geworden“ (1.3). Nur was Gott durch sein schöpferisches Wort ins Dasein gerufen hat, ist wirklich. Deshalb kann man auch in allem sein Wort erlauschen.

„Alles ist gesagt“, aber nicht alles ist zu Ende. „Du sprichst das Universum“ ist der letzte Vers des Gebetes. (G. Bachl versteht seine Gedichte als Gebete.) Gottes schöpferisches Sprechen geht weiter, geschieht in der Gegenwart.

Damit ist alles gesagt.

Ihr Hans Döink

Zum Bedenken und Beten folgt der ganze Text:
Alles ist gesagt.
Nichts
Ist einfach da.
Du hast die Sterne
durch deinen Mund getrieben,
das Fallgesetz
gehört zu deinen Aussprüchen,
die Elemente
fließen aus deinem Mund.
Du
sprichst das Universum.

(Gottfried Bachl, Mailuft und Eisgang, S. 2, 100 Gebete, Tyrolia 1998)
 
Veröffentlicht: 04.07.2020




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