Impuls zum Sonntagsevangelium

Aus dem Evangelium nach Johannes
Jesus beendete seine Rede. Danach blickte er zum Himmel auf und sagte: »Vater, die Stunde ist jetzt da! Setze deinen Sohn in seine Herrlichkeit ein. Dann kann der Sohn deine Herrlichkeit sichtbar machen. Du hast ihm ja Vollmacht über alle Menschen gegeben. Allen, die du ihm anvertraut hast, soll er das ewige Leben schenken. Darin besteht das ewige Leben: Zu erkennen, wer du bist – der einzig wahre Gott – und dass Jesus der Christus ist, den du gesandt hast.
Ich habe auf der Erde deine Herrlichkeit sichtbar gemacht. Denn ich habe die Aufgabe erfüllt, die du mir gegeben hast. Vater, setze mich jetzt wieder in die Herrlichkeit ein, die in deiner Gegenwart herrscht. Ich war ja schon in dieser Herrlichkeit, als ich bei dir war, bevor diese Welt geschaffen wurde. Ich habe dich den Menschen bekannt gemacht, die du mir aus dieser Welt anvertraut hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir anvertraut. Sie haben dein Wort aufgenommen.
Jetzt wissen sie: Alles, was du mir aufgetragen hast, kommt wirklich von dir. Denn ich habe ihnen die Worte weitergegeben, die du mir aufgetragen hast. Sie haben sie angenommen. Und sie haben erkannt, dass ich wirklich von dir herkomme. Sie sind zum Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.«
Jesus betet für seine Jünger: »Ich bete für sie. Ich bete nicht für diese Welt, sondern nur für die, die du mir anvertraut hast. Denn sie gehören dir. Alles, was mir gehört, gehört auch dir, und was dir gehört, gehört auch mir. Durch sie lasse ich meine Herrlichkeit sichtbar werden. Ich bleibe nicht länger in dieser Welt. Ich komme zu dir.

Impuls
Einem Menschen beim persönlichen Beten zuhören zu dürfen, ist eine ganz besondere Erfahrung. In diese Situation stellt uns der vorliegende Text. Die Jünger im Abendmahlssaal und wir sind in diesem Hörendürfen vereint. Jesus ist am Ende seines irdischen Wirkens angekommen. Er bereitet sich auf sein Ende vor. Man spürt den Ernst. Es geht um eine Rechenschaft und ein Art Übergabe. Und gleichzeitig scheint etwas Frohes und Lichtes in diesen Raum hinein. Da ist wiederholt von Verherrlichung die Rede und von ewigem Leben, von Erkenntnis und Gewissheit Die tiefe Quelle seiner Liebe und Hingabe ist für Jesus die Einheit mit dem Vater. Diese Einheit wollte er sichtbar und erfahrbar machen und zeigen, was für eine Veränderung sie bewirkt. Er bittet den Vater darum, sein Werk zu bewahren, den Menschen so nahe zu sein, wie er ihnen nahe war, und dafür zu sorgen, dass ihr neu gewonnenes Gottvertrauen nicht verloren geht. Und so weiß am Ende jeder, der bei diesem Gebet zugehört hat, wie unendlich wertvoll und geliebt er ist.

Vater unser
Jesus hat dafür gesorgt, dass wir die Liebe Gottes erkennen und uns ihm anvertrauen. So dürfen wir gemeinsam mit seinen Worten beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Veröffentlicht: 22.05.2020




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