Impuls am Abend

Achtsamkeit

„Achte gut auf dich!“ – „Passen Sie gut auf sich auf!“ So ist in diesen Tagen öfter zu hören. Der Mensch wird eingeladen, ja aufgefordert gut auf sich zu achten, sich oder andere nicht unnötig zu gefährden in dieser Corona-Zeit. Achtsamkeit, ein Begriff, der gerade im kirchlichen Bereich seit einigen Jahren häufiger eingebracht wird.

An der Ecke Uhlandstraße / Lönsstraße ist an einem Gartenzaun dieses Schild angebracht (siehe Bild). Da ist auf plattdeutsch zu lesen:
„Leewen Heer, loat mej toch hier undern noch en paar Jöörkes metloopen. Dou kass se mej joa van de Ewigkeit weer aftrekken.”

übersetzt:
„Lieber Herr, lass mich doch hier unten noch ein paar Jahre mitlaufen. Du kannst sie mir ja von der Ewigkeit wieder abziehen.“

Der Mensch bittet darum, dass Gott ihm beschützen und behüten möge. Gerne möchte er noch einige Schritte hier auf Erden tun und ein paar Jährchen leben. Diese Lebenszeit möge Gott ihm von seinem ewigen Leben abziehen. Humorvoll. Denn Ewigkeit ist zeitlich nicht befristet. Es steckt aber noch mehr darin: Gott um Schutz und Segen zu bitten, entlässt den Menschen nicht aus seiner Verantwortung für sein eigenes Leben (und das der anderen) selbst Sorge zu tragen. Im Gegenteil, die Hinwendung zu Gott im Gebet führt den Menschen zurück zum entsprechenden Handeln in seinem Lebensumfeld. Motto: Man soll gut auf sich aufpassen, um Gott, den Herrn, nicht herauszufordern; ihm vielmehr möglichst bei der Erfüllung der Bitte behilflich sein.

In diesem Sinne: Achten Sie gut auf sich! Passen Sie auf sich und andere auf!

Rafael van Straelen

An dieser Stelle: Herzlichen Dank Johannes Nelskamp. Er hat diesen Schild bei einem Ampel-Stopp entdeckt, fotografiert und diesen Gedanken dazu eingesendet. Wenn auch Sie etwas erleben, sehen oder hören, dass Sie anrührt, innehalten lässt, Sie ermutigt oder erheitert hat, und Sie meinen, es wäre gut, dies mit anderen zu teilen, dann senden Sie uns ihren Beitrag ein.
 
Veröffentlicht: 17.05.2020