Sonntagsgruß

Liebe Mitchristen,
viele von Ihnen merken sicherlich auch die alltäglichen Einschränkungen zurzeit. Im Hausflur sprach mich letztens eine ältere Mitbewohnerin an, dass ihr die Freiheit fehlt, mal eine Runde mit dem Rollator über den Wochenmarkt zu fahren. „Ja“, dachte ich mir, „Freiheit ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Wie viele Menschen leben in unfreien Situationen?“
Die Gesundheit sei aber genauso wichtig, ergänzte sie dann, denn was nütze die größte Freiheit, wenn man krank sei. Und während wir uns unterhielten, kamen immer mehr wichtige Begriffe hinzu wie Frieden und Gerechtigkeit. Es gibt also viele Faktoren, die für ein gutes Leben wichtig sind, wie zum Beispiel Freiheit, Gesundheit, Frieden und Gerechtigkeit.
Die Menschen der Bibel haben auch schon gespürt, dass irgendwie alles zusammenhängt und dafür ein einziges Wort gefunden. Die Israeliten sprach dann immer von etwas, was alles umfasste, Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit sowie Gesundheit und Zufriedenheit in gleichem Maße. Sie verwendeten das Wort „Shalom“, das völlig zu kurz übersetzt ist, wenn wir es einfach nur Frie-den nennen. „Shalom“ ist Fülle, Vollkommenheit, dann, wenn, wie man so schön sagt, einfach alles stimmt.
Hat Jesus deshalb im Evangelium vom Leben in Fülle gesprochen? „Ich bin gekommen, um das Leben zu bringen – das Leben in seiner ganzen Fülle.“ (Joh 10,10)
Ich denke ‚Ja‘, denn genau dafür ist er auch in seinem Leben eingetreten, für Frieden, für Gerechtigkeit und Freiheit, für Zufriedenheit und Leben in Würde.
Und genau dafür stehen Christen. Denn wir können für nichts anderes stehen als dafür, wofür Jesus sein Leben hingegeben hat. Er nämlich ist gekommen, damit wir das Le-ben haben und es in Fülle haben. Dafür haben wir jetzt hier auf Erden zu sorgen. Das ist unsere Aufgabe als Christen: ande-ren Menschen ein solches Leben zu ermöglichen, eines, in dem die Dinge stimmen, zumindest annähernd. Das heißt auch, dass, wenn nun wieder einige Freiheiten mehr im Alltag möglich sind, gewissenhaft damit umzugehen ist, damit möglichst viele Menschen davon profitieren können.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen
„Shalom“,
Kaplan Lukas Hermes
 
Veröffentlicht: 30.04.2020




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