Sonntagsgruß

Liebe Mitchristen,
vor zwei Wochen war ich beim Arzt und habe ein Medikament verschrieben bekommen. Der Arzt pries es mit den Worten an: „Es ist rein pflanzlich – ohne jegliche Nebenwirkung!“ Ein wenig scherzhaft fragte ich zurück, ob es dann überhaupt eine Wirkung habe.
Der Arzt musste laut lachen und antwortete mit einem Augenzwinkern, dass es die Kunst des Arztes sei, den Patienten so lange zu beschäftigen, bis die Natur ihn heilt.
Über diese Aussage musste ich in der letzten Zeit ein wenig nachdenken.
Die Medizin hat zweifelsohne in der heutigen Zeit viel Bestaunenswertes erreicht, aber manchmal braucht es wirklich Zeit bis die Natur einen heilt. Was die Einen Heilkräfte der Natur nennen, ist für mich, ist für den Glaubenden, Hinweis auf einen Gott, der seine Schöpfung nicht alleine lässt. Wir können darauf vertrauen, dass viele Dinge letztlich von sich aus langsam wieder heilen, dass da jemand heilen lässt.
Manchmal muss man leider darauf lange warten. Und da und dort gilt es uns Menschen dann wohl einfach zu beschäftigen – füreinander da zu sein und im christlichen Miteinander ein wenig davon zu zeigen und zu spüren, wie Gottes Zuwendung und Liebe ist.
So heilend seinen Mitmenschen gegenüber kann jede und jeder unterwegs sein.
Das meine ich und darauf vertraue ich, so ganz ohne Doktortitel und Medizinstudium.
Ihr Kaplan Lukas Hermes

 
Veröffentlicht: 11.10.2019