Sonntagsgruß

Liebe Gemeinde!
Am vergangenen Sonntag hatte ich die Abendmesse in der Liebfrauenkirche. Einige Minuten vor 18.00 Uhr stand ich fertig angekleidet in der Sakristei und schaute auf den Messdienerplan; die aufgestellten Messdiener waren noch nicht da. Vermutlich, so dachte ich, bleibe ich heute Abend im Altarraum allein. Da sprang plötzlich die Sakristeitüre auf und zwei Mädchen und ein Junge (Geschwister) kamen herein. Sie dienen oft und sehr gerne. Während sie sich ihre Messdienergewänder anzogen, sagte ich zu ihnen: „Schön, dass ihr da seid! Ich dachte schon, ich bleibe heute Abend allein.“ Darauf sagte eines der Mädchen: „Ach, Rafael, wir lassen dich doch nicht allein!“ – Was für ein Wort! Was für eine Zusage! Vielleicht spontan, leicht und zugleich treffend gesagt; aber was für ein tiefgründiger Gehalt. Welch ein Geschenk, solches zugesagt zu bekommen. Ich dachte, wie schön ist das denn! - „Ach, Rafael, wir lassen dich nicht allein!“ – Dieses Wort hat mich durch die vergangene Woche begleitet. Es erinnert mich an ein Lied. Da heißt es: „Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hände reicht. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mit mir Wege geht.“ (Gotteslob 842)
Als Priester eine Messe ohne Messdiener zu feiern ist nicht schön, aber gut machbar. Es gibt schwierigere Situationen im Leben, da möchte der Mensch nicht allein sein, allein gelassen werden. Ich wünsche Ihnen, dass auch Ihnen – gerade in schweren Momenten – andere zusagen: „Wir lassen dich nicht allein.“
Einen erholsamen und gesegneten Sonntag und eine gute neue Woche wünscht Ihnen,
Ihr Pastor                    
Rafael van Straelen
 
Veröffentlicht: 13.09.2019