Sonntagsgruß

Während unseres Urlaubs waren wir auch einen Tag in München. Nach einem Besuch der Frauenkirche wollten wir mit der U-Bahn weiterfahren. Unten am Bahngleis stellten wir fest, dass wir auf unsere S-Bahn noch 14 Minuten warten müssen.
Das war eine wunderbare Möglichkeit, meinem Hobby - der Zeitrafferaufnahme - nachzugehen. Gesagt, getan. Die kleine Kamera auf dem Ministativ seitlich an einer Säule aufgestellt, so dass sie genau zu meinen Füßen steht. Wunderbar ... die erste U-Bahn fährt ein und fährt wieder aus dem Bahnhof raus. In der ganzen Menschenmenge fällt mir ein Mann mit einer Warnweste auf. Er spricht mit den Leuten, lächelt sie an, guckt den ein oder anderen schräg an, wenn ihm was nicht gefällt. Aber die nächste Reaktion ist wieder ein Lächeln.
Und dann steht er auf einmal vor mir, zeigt auf die Kamera zu meinen Füßen und fragt ganz ernst: "Hast du das angemeldet?" - "Ja, klar. Ich habe vorher extra gefragt." Er grinst mich an, geht weiter und ich merke, dass er weiß, dass ich ihm nicht die Wahrheit sage.
Ich filme weiter und beobachte ihn, wie er mit den ein- und aussteigenden Menschen spricht, ihnen den Weg zeigt und irgendwie jeden anlächelt. Kurz bevor unsere U-Bahn kommt, habe ich die Chance wieder mit ihm zu sprechen. Es sind nicht viele Worte, die wir wechseln können. Aber ich kann ihm noch sagen, dass ich seine Arbeit und wie er sie macht, bewundere. Er erwidert: "Ich bin doch für eure Sicherheit da!" - "Danke" kann ich ihm noch sagen. Ich strecke ihm die Hand entgegen und er schlägt ein. Mit einem "... und du tust aber noch mehr mit deiner Art!" muss ich mich endgültig von ihm verabschieden und in unsere U-Bahn steigen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!
Peter Möllmann, Mitglied des Pfarreirats
 
 
Veröffentlicht: 30.08.2019